Bundeswirtschaftsministeriums legt Gutachten zur Einrichtung eines Kapazitätsmarktes für Strom vor
Franz Untersteller: Jetzt geht es darum, die Struktur des Kapazitätsmarktes rasch zu konkretisieren und die Idee in die Tat umzusetzen
20.04.2012Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller bezeichnete das heutige zweite Kraftwerksforums von Bund, Ländern und Verbänden in Berlin als Veranstaltung ganz im Sinne Baden-Württembergs. Bei den Beratungen ging es zentral um die Frage, wie der Strommarkt künftig gestaltet sein muss, um Versorgungssicherheit auch beim Wegfall der atomaren Stromerzeugung zu gewährleisten.
Franz Untersteller: „Wir brauchen über einen längeren Zeitraum hinweg noch konventionelle Kraftwerke für die sichere Stromversorgung. Und wir brauchen Investitionsanreize, damit die Kraftwerksbetreiber in solche Kraftwerke und in zusätzliche Speicherkapazitäten investieren. Diese Anreize müssen wir mit einem Kapazitätsmarkt liefern.“
Diesen Vorschlag, so Untersteller, habe Baden-Württemberg bereits im Sommer vergangenen Jahres in die Diskussion auf Bundesebene eingebracht.
„Das heute im Kraftwerksforum präsentierte Gutachten des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität zu Köln (EWI) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigt uns. Und es belegt, dass Baden-Württemberg bei der Energiewende eine treibende Rolle spielt.“
Untersteller forderte das Bundeswirtschaftsministerium auf, jetzt zügig an die konkrete Ausarbeitung des Kapazitätsmarktmechanismus zu gehen:
„Die Erhebung der fehlenden Kapazitäten, die Vergabe nach wettbewerbsrechtlichen Vorgaben und schließlich Planung und Bau neuer hoch effizienter Gaskraftwerke dauern einige Jahre. Spätestens 2022, wenn in Neckarwestheim das das letzte deutsche Kernkraftwerk abgeschaltet wird, müssen wir atomenergiefrei im Zusammenspiel von erneuerbaren Energien, Speichern und fossiler Energieerzeugung die nötigen Kapazitäten haben.“
Ausführungen zum Kapazitätsmarkt stehen auch auf den Seiten des baden-württembergischen Umweltministeriums:
www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/90208/