Umweltakademie beklagt Wissenserosion in Sachen Natur

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Umweltakademie beklagt Wissenserosion in Sachen Natur

Tag der biologischen Vielfalt (22.5.): „Wir schützen nur, was wir auch kennen“

Baden-Württemberg19.05.2011Stuttgart. Kennen Sie wenigstens zehn heimische Baumarten beim Namen? Und Ihre Kinder? Angesicht des Tags der biologischen Vielfalt (22. Mai) beklagt die Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg das Schwinden der Kenntnisse um Tiere und Pflanzen unserer Heimat. Nicht nur Tier- und Pflanzenarten selbst, sondern auch das Wissen darüber gehe langsam verloren. „Wie können wir etwa Elsbeeren schützen, wenn die meisten Menschen gar nicht wissen, dass das keine seltenen Fruchtbeeren sind, sondern eine Baumart? “, frägt Claus-Peter Hutter, Leiter der Akademie für Natur- und Umweltschutz, und meint damit nicht nur Erwachsene. „Bei Kindern ist es besonders deutlich, viele kennen doch heute mehr Handyklingeltöne als Vogelarten. Diese Wissenserosion in Sachen Natur und Umwelt ist eine schleichende Gefahr für die Entwicklung unserer Gesellschaft.“, warnt Hutter. Er bringt es auf den Punkt: „Wir schützen nur, was wir auch kennen“. Täglich sterben weltweit rund 150 Arten aus. 17.000 Pflanzenarten sind bedroht. Der Schutz der der Tier- und Pflanzenarten sei vor dem Hintergrund dieser Wissenserosion eine besonders große Herausforderung.
Laut Umweltakademie wurde früher Alltagswissen und damit häufig auch Naturwissen ganz selbstverständlich von Generation zu Generation weitergegeben. Von der Oma zum Sohn, vom Sohn zur Enkelin. Heute leben Enkel und Opa selten unter einem Dach, selbst viele Familien können aus wirtschaftlichen Gründen nicht zusammenwohnen.
In nur zwei oder drei Generationen ist unter anderem dadurch Alltagswissen und der Kontakt zur Umwelt ziemlich abhanden gekommen. Für Stadtkinder sind oft der as-phaltumgrenzte Baum, das ramponierte Straßenbegleitgrün, Tauben und vielleicht Spatzen die einzige Natur. Biologie ist Teil eines Schulfachs, aber man braucht es nicht bei der Arbeit. Unsere Versorgung ist gut organisiert, oft scheint es, als ob Gemüse und Fleisch im Supermarkt wachsen. Schlechte Voraussetzungen also für Artenschutz und eine Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit. Und das obwohl laut der Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland (2010) des Umweltbundesamtes bei der Frage nach den wichtigsten politischen Aufgaben Umwelt- und Klimaschutz an zweiter Stelle genannt werden.
„Es ist paradox. Einerseits hat sich der Naturschutz in den letzten paar Jahrzehnten zu einer anerkannten Disziplin entwickelt, die sich nicht mehr nur um sich selbst dreht, sondern auch in vielen gesellschaftlichen Bereichen Eingang gefunden hat. Auf der gleichen Seite sind Biosupermärkte gefragt, Outdoortextilien in und wer was auf sich hält fährt zum Entspannen ins Grüne“, erklärt Claus-Peter Hutter. Gleichzeitig schwin-det das Wissen um Tiere und Pflanzen in der Gesellschaft und tatsächlich engagieren tun sich nur wenige.“
Naturwissen müsse wieder breit etabliert werden. „Nur so kann die biologische Vielfalt erhalten werden. Dringend müsste deshalb bei den heutigen Kindern, den Erwachse-nen von morgen, angesetzt werden, so die Umweltakademie.

Bei den über 100 Seminaren und Tagungen der Umweltakademie im ganzen Jahr werden Multiplikatoren geschult, die ihr Wissen dann wiederum weitergeben. Mit dem Projekt „KiNa – Kindergarten und Nachhaltigkeit“ engagiert sich die Akademie be-sonders in der frühkindlichen Bildung. Das Landesnetzwerk Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung (www.LNUB.de) der Umweltakademie ist eine Serviceplattform im Internet die Umweltbildungsangebote und Initiativen zur Nachhaltigen Entwicklung sowie Naturerlebnisangebote im ganzen Land bündelt.
Weitere Informationen unter www.umweltakademie.baden-wuerttemberg.de; www.LNUB.de


Quelle: Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg

 
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Rückfragen
Marion Rapp
Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg,
Telefon: 0711/126 2814,
Marion.Rapp@um.bwl.de


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