Zu frühes Mähen der Wiesen schadet Schmetterlingen und anderen Insekten
Umweltakademie rät: Erst nach Verblühen von Salbei, Flockenblume und Knautie mähen
12.04.2011Stuttgart. Früher häufige Schmetterlingsarten wie Tagpfauenauge, Aurorafalter und Kleiner Fuchs werden immer seltener. „Kaum grünen die ersten Gräser, wird vielerorts auch schon wie-der gemäht. Doch wenn zu früh gemäht wird, fehlen die Futterpflanzen für Schmetterlinge und ihre Raupen", erklärte jetzt Claus-Peter Hutter, Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg. Die Umweltakademie ruft deshalb alle Grundstücks- und Gartenbesitzer dazu auf, der Natur wieder mehr Platz einzuräumen und erst nach dem Verblühen der Schmetterlingsblumen wie Salbei, Flockenblume und Knautie zu mähen.
Viele Schmetterlinge sind auf ganz bestimmte Nahrungspflanzen für ihre Raupen angewiesen. So ist etwa der Aurorafalter auf das Wiesenschaumkraut, der Hauhechel-Bläuling auf Hauhe-chel, Steinklee und Rotwicke angewiesen. Der prächtige Schwalbenschwanzfalter legt seine Eier bevorzugt an der Wilden Möhre und an der Weinraute ab, während Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge auf Brennnesseln angewiesen sind.
"Wenn wir Schmetterlinge als "Sinnbilder" für faszinierende Natur auch künftig erleben wollen, müssen wir ihnen auch eine Chance dazu geben" betonte der Akademieleiter. Dazu gehöre zwar das regelmäßige Mähen der Wiesen, jedoch höchstens 2-3 Mal im Jahr, um die Artenvielfalt zu fördern. Beim Mähen des Rasens sollten mehrere kleine Inseln stehen gelassen werden. „Gar nicht zu mähen ist sicher keine Alternative. Doch gleich beim ersten Wachsen der Gräser und Kräuter den Rasenmäher zu rüsten, das ist viel zu früh und lässt der Natur keinen Raum!“, so Hutter weiter.
Da es immer weniger artenreiche Wiesen gebe, komme es mehr denn je darauf an, dass Gar-tenbesitzer mehr Natur ans Haus holten, wilde Ecken akzeptierten, wo Blumen noch blühen und Samen hervorbringen könnten. Auf dem Rasen sollten kleine Inseln stehen gelassen werden und nicht gemäht werden, damit dort Insekten wie Schmetterlinge ein Rückzugsgebiet fänden.
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