Konto für den Kuckuck. Privates Investment als Finanzierungsmodell für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb?!

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Konto für den Kuckuck. Privates Investment als Finanzierungsmodell für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb?!

Dritter Alb-Talk in der Kelter in Beuren

Alb-Talk in Beuren
Baden-Württemberg27.01.2011Unter dem Motto „Konto für den Kuckuck“ diskutierten am Donnerstag in der Kelter in Beuren der Leiter der ZDF Umweltredaktion Volker Angres (Mainz) und der Vorstand der Allianz Umweltstiftung Dr. Lutz Spandau (München) über die Möglichkeiten des privaten Investments in die Natur. Die Veranstaltung war das dritte Diskussionsforum der Reihe „Alb-Talk“ der Landesumweltakademie. Ziel der Diskussionsreihe ist es „die zahlreichen Potenziale des Biosphärengebietes Schwäbische Alb im Sinne einer ökologischen und ökonomischen Standortsicherung für die Region selbst, die Region Stuttgart wie für das ganze Land noch stärker nach außen zu tragen“, Akademieleiter und Moderator Claus-Peter Hutter. Die Schirmherrschaft hatte Hans Jochen Henke, Kuratoriumsvorsitzender des Forum Region Stuttgart e.V., übernommen. Der frühere Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und späterer Generalsekretär des Deutschen Wirtschaftsrates betonte, dass ein Investment in die Natur ein Investment in die Zukunft sei.
Der ökonomische Wert der Natur und der Ökosystemleistungen werde bislang nur un-genügend anerkannt, so Claus-Peter Hutter. „Ob in Freizeitparks, Fußballstadien, Museen und Theatern – ganz selbstverständlich wird Eintritt bezahlt. Nur Natur und Land-schaft scheinen immer umsonst zu sein“, so Hutter weiter. In Zeiten angespannter öf-fentlicher Haushalte seien neue Ideen des Landschaftsmangements gefragt. Als eine Möglichkeit der Finanzierung brachte Dr. Lutz Spandau das private Investment in Großschutzgebieten in die Diskussion ein. „Was bei Sport- und Kulturveranstaltungen selbstverständlich ist, kann auch für den Naturschutz eine Lösung sein“ betonte der Vorstand der Allianz Umweltstiftung. 2010 hat die Allianz Umweltstiftung eine Patenschaft für das Biosphärengebiet übernommen und wird in den kommenden zehn Jahren jeweils 100.000 Euro zu Verfügung stellen. Damit sollen Projekte initiiert werden, die zur Erhaltung, Pflege und Entwicklung des Gebietes beitragen. Vor allem sollen Angebote entwickelt werden, die einerseits für die Besucher und die Bevölkerung attraktiv sind und andererseits den Umwelt- und Naturschutz anschaulich und erlebbar machen.
In anderen Ländern sei es selbstverständlich, Eintrittsgeld in Schutzgebiete zu bezahlen, bestätigte auch Volker Angres von der ZDF Umweltredaktion. Privatwirtschaftliche Initiativen könnten in Schutzgebieten durchaus einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten.
Aber können bei privatwirtschaftlicher Finanzierung gleichzeitig auch naturschutzfachliche Ziele gefördert werden? Hans Jochen Henke, Kuratoriumsvorsitzender des Forum Region Stuttgart, forderte eine nachhaltige Nutzung der Natur gepaart mit einem professionellen ökonomischen Herangehen. Naturmanagement solle unter strikter Beachtung der naturschutzfachlichen Ziele mit der gleichen Professionalität betrieben werden wie ein Wirtschaftsunternehmen, betonte der ehemalige Staatssekretär weiter.
Eine wichtige Rolle, da waren sich die Diskutanten einig, spielt dabei auch das soge-nannte „Edutainment“, das neben unterhaltenden Erlebnissen auch spielerisch Wissen vermittelt und Emotionen und Neugierde weckt. Damit könnte den Besuchern die Augen für Zusammenhänge in der Natur geöffnet werden. Die Veranstaltung zeigte neben „mutigen“ Konzepten für die zukünftige Finanzierung des Naturschutzes in Zeiten leerer Staatskassen, wie wichtig es ist, Kindern wie Erwachsenen neue Ansätze für die Erlebniswelt „Natur“ zu bieten.
Über 100 Interessierte, darunter Bürgermeister der Biosphärengemeinden sowie Vertreter der Region, waren zum dritten Alb-Talk nach Beuren gekommen. „Ziel der Veranstaltung ist es, dass die Bürger erkennen, dass Sie auf Ihre Heimat stolz sein dürfen, diese wertschätzen und sich auch weiter für deren Erhalt einsetzen“ so Claus-Peter Hutter.
Aktuelle Themen und Termine jeweils unter www.umweltakademie.baden-wuerttemberg.de.
Im Juli 2010 startete die Vanstaltungsreihe „Alb-Talk“ mit dem Kabarettisten Christoph Sonntag und Landrat Thomas Reumann. In der Zehtscheuer in Münsingen sprach Claus-Peter Hutter mit den Talkgästen über Regionale Identität und Regionalbewusst-sein als Alleinstellungsmerkmal und Standortfaktor. Im Oktober 2010 fand der zweite Alb-Talk im Rahmen der Messe schön&gut im Alten Lager in Münsingen statt. Dort stellten sich Prof. em. Dr. Ulrich Hampicke und Regierungspräsident Hermann Strampfer (Regierungspräsidium Tübingen) der Frage „Wie viel Natur sind wir uns eigentlich selbst wert?“. Die beiden Folgen finden Sie auch auf der Umweltakademie-Internetseite unter Akademie TV.

Hintergrund
„Alb-Talk“ ist eine Veranstaltungsreihe der Umweltakademie Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit der Naturschutzverwaltung. Nach den Veranstaltungen im Juli und Oktober 2010 fand am Donnerstag der dritte Alb-Talk in der Kelter in Beuren statt. In den Schwerpunktforen diskutieren Vordenker und Ideengeber aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aktuelle Themen wie Dialekt, Brauchtum, Kulinaristik. Dabei steht die Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung der Schwäbischen Alb im Mittelpunkt. Außerdem soll unterstrichen werden, dass die Schwäbische Alb viel zu bieten hat: eine attraktive Landschaft, geologische Besonderheiten und ein reiches kulturelles Erbe. Wie man dieses Potenzial noch besser nutzen kann, das soll die Dialogreihe ausleuchten. Die Dialogreihe „Alb-Talk“ wird dieses Jahr mit verschiedenen Themen an unterschiedlichen Orten fortgeführt.


Quelle: Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg

 
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Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg
Carolin de Mattia
Telefon: (0711) 126 - 2811
Telefax: (0711) 126 - 2893
E-mail: Carolin.deMattia@uvm.bwl.de

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