Folgen des Ausfalls der Neigetechnik auf der Bahnstrecke Sigmaringen - Tübingen werden abgemildert
Tanja Gönner: Pünktlich zum Schuljahresbeginn gibt es Verbesserungen im Zugfahrplan
31.08.2010"Pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres am 13. September 2010 wird die Deutsche Bahn AG Verbesserungen im Zugfahrplan für den Landkreis Sigmaringen realisieren", sagte Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner heute (31. August 2010) in Stuttgart. Für Sigmaringen werde es wieder zweistündliche durchgehende IRE-Verbindungen nach Stuttgart geben, die rund 26 Minuten schneller seien als derzeit. Auch für Mengen und Herbertingen werde sich die Fahrzeit nach Stuttgart (mit Umstieg in Sigmaringen) um circa 24 Minuten verkürzen. In Sigmaringen gebe es jeweils einen Anschluss an die Donautalbahn von und nach Ulm. Der Anschluss an den InterRegioExpress (IRE) nach Aulendorf könne derzeit aber trotz der Fahrplanverbesserungen nicht hergestellt werden. Solange ohne Neigetechnik gefahren werden müsse, werde die Regionalbahn (RB) der HzL im Zwischentakt, in denen kein IRE verkehrt, weiterhin von Albstadt-Ebingen bis Sigmaringen verlängert. Dies ermögliche es, die Verbindungskette von Tübingen in den Raum Ravensburg/Friedrichshafen zu erhalten.
Aufgrund von Störungen habe die Bahn im vergangenen Jahr die Neigetechnik ihrer Schienenfahrzeuge abgestellt. Da in den Kurven seither langsamer gefahren werden müsse, sei es zu Fahrzeitverlängerungen gekommen. Die Deutsche Bahn AG habe daraufhin zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 den Fahrplan angepasst. Abgesehen von einzelnen Zügen am Morgen und am Abend würden die zuvor zweistündlich verkehrenden IRE-Züge Stuttgart - Tübingen - Sigmaringen - Aulendorf seither nur noch bis Albstadt-Ebingen fahren und dort wenden. Um den Stundentakt zwischen Tübingen und Sigmaringen beizubehalten, würden die vorher im Zwischentakt nur bis Albstadt-Ebingen fahrenden Regionalbahnen der HzL derzeit bis Sigmaringen verlängert. Die Fahrzeit habe sich dadurch von ursprünglich einer Stunde und 55 Minuten mit dem durchgebundenen IRE auf zwei Stunden und 38 Minuten und damit um insgesamt 43 Minuten verlängert. Der Fahrzeitverlust entstehe dadurch, dass die Regionalbahn langsamer fahre, in Tübingen umgestiegen werden müsse und dort kein Anschluss an den schnellen IRE, sondern an den langsameren Regionalexpress bestehe. Durch die jetzt gefundene Übergangslösung, die zum 13. Septem-
ber 2010 umgesetzt werde, könne der Fahrzeitverlust um 26 Minuten verringert werden. Die Fahrt von Sigmaringen nach Stuttgart dauere dann noch zwei Stunden und zwölf Minuten und damit 17 Minuten länger als im früheren Neigetechnikbetrieb.
"In konstruktiven Gesprächen mit der Bahn ist es uns gelungen Fahrplanverbesserungen zum Wohle der der zahlreichen Bahnfahrer in der Region zu realisieren. Unser Ziel bleibt aber die Rückkehr zum Regelfahrplan vom Dezember 2008. Wir erwarten von der Bahn, dass sie die Probleme mit der Neigetechnik nun rasch löst, damit die Reisenden möglichst bald wieder von den Vorteilen des bogenschnellen Fahrens profitieren können", forderte Gönner.