Tanja Gönner: Die Stadt Stuttgart erhält für die Sicherung und Sanierung des Altstandortes 'Gaswerk Ost, Gaisburg' fast 2,9 Millionen Euro vom Land

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Tanja Gönner: Die Stadt Stuttgart erhält für die Sicherung und Sanierung des Altstandortes 'Gaswerk Ost, Gaisburg' fast 2,9 Millionen Euro vom Land

Land unterstützt Altlastensanierung im Jahr 2010 mit 15 Millionen Euro

Baden-Württemberg05.08.2010"Die Stadt Stuttgart erhält für die Sicherung und Sanierung des Altstandortes 'Gaswerk Ost, Gaisburg' fast 2,9 Millionen Euro vom Land", erklärte Umweltministerin Tanja Gönner heute (5. August 2010)in Stuttgart. Der Verteilungsausschuss Altlasten hat vor kurzem Finanzmittel für die Altlastensanierung bereitgestellt. Dem Ausschuss gehören Vertreter der kommunalen Landesverbände, der Wirtschaft, des Innen- und Umweltministeriums an.

Der Altstandort 'Gaisburg Ost, Gaisburg' sei nur ein Beispiel für frühere Umweltsünden, so Ministerin Gönner. Auch andernorts schlummerten noch Umweltgifte in Böden beispielsweise aus Produktionsprozessen ehemaliger Industrieanlagen. "Es wird deshalb auch in Zukunft noch notwendig sein, diese Altlasten anzugehen und Böden zu sanieren." Im laufenden Jahr stelle das Land den Kommunen dafür insgesamt 15 Millionen Euro aus Mitteln des Kommunalen Investitionsfonds zur Verfügung. Zur Entlastung der Umwelt, insbesondere zur Verhütung von Schädigungen des Grundwassers, seien trotz guter Fortschritte weitere Anstrengungen bei den Städten und Gemeinden und beim Land notwendig. Dies gelte sowohl bei der Untersuchung wie auch der Sanierung von Altlasten im Land. Die Aufarbeitung des Altlastenproblems wird aus heutiger Sicht wahrscheinlich noch mindestens zwei Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Die Gesamtkosten zur Behandlung kommunaler und privater Altlasten werden mit 1 bis
1,5 Milliarden Euro abgeschätzt, davon etwa ein Drittel für die kommunalen Altlasten. In der Vergangenheit seien seit 1988 rund 660 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt in die Altlastenförderung geflossen. Damit konnten unter anderem zahlreiche Industriebrachen, Grundwasserschadensfälle, Altablagerungen saniert und ohne weiteren Schaden für die Umwelt für eine weitere Nutzung zur Verfügung gestellt werden. "Die Altlastenförderung in Baden-Württemberg ist eine Erfolgsgeschichte. Ein Grund ist das gute Miteinander von Kommunen und Land", so die Ministerin.


Information:
Altstandort "Gaswerk Ost, Gaisburg"
Das Gelände des ehemaligen kommunalen Gaswerks Ost, Gaisburg mit einer Gesamtfläche von 140.000 Quadratmeter liegt auf der linken Talflanke des Neckars in Stuttgart-Ost und wird heute von der EnBW für die Gaslagerung und für die Gasverteilung in das Versorgungsnetz genutzt. Von der Inbetriebnahme des Gaswerks 1875 bis 1956 wurde für die Gewinnung von Stadtgas ausschließlich die Steinkohlenentgasung genutzt. Von 1956 bis 1964 wurde ergänzend Gas aus Schweröl gewonnen. Ab 1964 wurden auch leichte Mineralölprodukte zur Gasproduktion eingesetzt, bevor in den Jahren 1969 bis 1974 die Gasversorgung von Stuttgart sukzessive von Stadtgas auf Erdgas umgestellt wurde. Nachfolgend erfolgte der Rückbau der Produktionsanlagen. Die Altlastenuntersuchungen zeigten erhebliche Verunreinigungen des Untergrundes durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX), Phenole, Cyanide, Ammonium und untergeordnet Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW). Die Schadensbereiche reichen bis ins oberflächennahe Grundwasser. Die Sanierung verfolgt das Ziel, die Gefahr einer vertikalen und horizontalen Ausbreitung der Schadstoffe zu unterbinden. Das Gelände liegt im Bereich der Mineralwasseraufstiegszone von Stuttgart-Bad Cannstatt und -Berg innerhalb der Kernzone des Schutzgebietes der Heilquellen, die es zu schützen gilt. Nachdem das Land im vergangenen Jahr für den ersten Bauabschnitt - Bau der Grundwasserreinigungsanlage und des Grundwasserleitbauwerks - rund 2,8 Millionen Euro Fördermittel bereit gestellt hatte, erhält die Stadt Stuttgart bei einem Fördersatz von 75 Prozent für den zweiten Bauabschnitt der Sanierungsmaßnahme - Aushub der beiden Teergruben und Entsorgung des Materials - eine Zuwendung von fast 2,9 Millionen Euro.


Quelle: Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg

 
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Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft
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