Tanja Gönner: Die Stadt Walldorf erhält für die Sicherung und Sanierung des Altstandortes 'Thermal' rund eine Million Euro vom Land
Zur Entlastung der Umwelt sind weitere Anstrengungen von Städten und Gemeinden gemeinsam mit dem Land notwendig
28.07.2010Die Stadt Walldorf erhält für die Sicherung und Sanierung des Altstandortes 'Thermal' rund eine Million Euro vom Land, erklärte Umweltministerin Tanja Gönner am Mittwoch (28. Juli 2010) in Stuttgart. Der Verteilungsausschuss Altlasten hat vor kurzem Finanzmittel für die Altlastensanierung bereitgestellt. Dem Ausschuss gehören Vertreter der kommunalen Landesverbände, der Wirtschaft, des Innen- und Umweltministeriums an.
Zur Entlastung der Umwelt, insbesondere zur Verhütung von Schädigungen des Grundwassers, sind trotz guter Fortschritte weitere Anstrengungen bei den Städten und Gemeinden und beim Land notwendig. Dies gilt sowohl bei der Untersuchung wie auch der Sanierung von Altlasten im Land, erklärte Umweltministerin Tanja Gönner. Die Aufarbeitung des Altlastenproblems wird aus heutiger Sicht wahrscheinlich noch mindestens zwei Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Die Gesamtkosten zur Behandlung kommunaler und privater Altlasten werden mit 1 bis 1,5 Milliarden Euro abgeschätzt, davon etwa ein Drittel für die kommunalen Altlasten. In der Vergangenheit seien seit 1988 rund 660 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt in die Altlastenförderung geflossen. Damit konnten unter anderem zahlreiche Industriebrachen, Grundwasserschadensfälle, Altablagerungen saniert und ohne weiteren Schaden für die Umwelt für eine weitere Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Die Altlastenförderung in Baden-Württemberg ist eine Erfolgsgeschichte. Ein Grund ist das gute Miteinander von Kommunen und Land, so die Ministerin.
Information für die Medien:
Altstandort 'Thermal'
Im Stadtgebiet Walldorf kam es auf dem ehemaligen Gelände der Thermalwerke beim Umgang mit leichtflüchtigen Halogenkohlenwasserstoffen (LHKW) bis 1984 zu erheblichen Verunreinigungen von Boden und Grundwasser. Die Stadt Walldorf hat 1985 die Grundstücke der Thermalwerke erworben und als Wohngebiet ausgewiesen. Sie hat als ehemalige Eigentümerin dabei gegenüber den heutigen Grundstückseigentümern das Altlastenrisiko übernommen. Die Schadstoffe sind zu Betriebszeiten in den Untergrund versickert und mit dem Grundwasser abgeströmt. Dadurch bildete sich eine 300 m breite und ca. 2.000 m lange Schadstofffahne im Grundwasser. Eine Sanierung ist erforderlich, um die Wasserversorgung Hardtgruppe und die Wasserversorgung Kurpfalz vor Schadstoffen zu schützen. Die Grundwassersanierung ist im Bereich des Schadensherdes weitgehend abgeschlossen. Nach einer Optimierung der Sanierungsanlage ist die Sanierung des verunreinigten Grundwassers im Bereich der Schadstofffahne fortzuführen.
Die Stadt Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) erhält bei einem Fördersatz von 75 Prozent für die Fortführung der Sanierungsmaßnahme eine Zuwendung von rund eine Million Euro.