Tanja Gönner: St. Georgen erhält für die Sicherung und Sanierung der Altablagerung 'Unter der Mühle' 405.000 Euro vom Land
Zur Entlastung der Umwelt sind weitere Anstrengungen von Städten und Gemeinden gemeinsam mit dem Land notwendig
26.07.2010St. Georgen erhält für die Sicherung und Sanierung der Altablagerung 'Unter der Mühle' 405.000 Euro vom Land, erklärte Umweltministerin Tanja Gönner am Montag (26. Juli 2010). Der Verteilungsausschuss Altlasten hat vor kurzem Finanzmittel für die Altlastensanierung bereitgestellt. Dem Ausschuss gehören Vertreter der kommunalen Landesverbände, der Wirtschaft, des Innen- und Umweltministeriums an.
Zur Entlastung der Umwelt, insbesondere zur Verhütung von Schädigungen des Grundwassers, sind trotz guter Fortschritte weitere Anstrengungen bei den Städten und Gemeinden und beim Land notwendig. Dies gilt sowohl bei der Untersuchung wie auch der Sanierung von Altlasten im Land, erklärte Umweltministerin Tanja Gönner. Die Aufarbeitung des Altlastenproblems wird aus heutiger Sicht wahrscheinlich noch mindestens zwei Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Die Gesamtkosten zur Behandlung kommunaler und privater Altlasten werden mit 1 bis 1,5 Milliarden Euro abgeschätzt, davon etwa ein Drittel für die kommunalen Altlasten. In der Vergangenheit seien seit 1988 rund 660 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt in die Altlastenförderung geflossen. Damit konnten unter anderem zahlreiche Industriebrachen, Grundwasserschadensfälle, Altablagerungen saniert und ohne weiteren Schaden für die Umwelt für eine weitere Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Die Altlastenförderung in Baden-Württemberg ist eine Erfolgsgeschichte. Ein Grund ist das gute Miteinander von Kommunen und Land, so die Ministerin.
Information für die Medien:
Die Altablagerung 'Unter der Mühle' der Stadt St. Georgen wurde mit Hausmüll und insbesondere mit Gewerbe- und Industriemüll sowie flüssigen Abfällen verfüllt. Teilflächen wurden schon vor 1928 mit Müll beschickt, die Hauptablagerung fand jedoch zwischen 1952 und 1968 statt. Teilbereiche der Altablagerung wurden bereits 1970 und in den 80er Jahren durch Bodenaustausch saniert. Seit September 1998 erfolgte die Sanierung über eine Sicker- und Grundwasserreinigung (Pump-and-Treat) sowie über eine Bodenluftabsaugung. Da im oberen Grundwasserleiter immer noch hohe LHKW-Belastungen vorhanden sind, wurde die Grundwassersanierung kontinuierlich fortgeführt. Nachdem im November 2008 nachgewiesen wurde, dass die Untergrundverhältnisse für eine biologische Sanierung geeignet sind und die vorhandenen Chlorkohlenwasserstoffe biologisch sehr gut abbaubar sind, wurde die modifizierte Sanierung im August 2009 in Betrieb genommen. Der Weiterbetrieb der biologischen Sanierung ist weiterhin erforderlich. Die Stadt St. Georgen erhält bei einem Fördersatz von 90 Prozent für die Sanierungsmaßnahme eine Zuwendung von 405.000 Euro.