Tanja Gönner: Villingen-Schwenningen erhält für die Sicherung und Sanierung der ehemaligen Mülldeponie 'Obere Wiese' 1,34 Millionen Euro und für den ehemaligen Verbrennungsplatz 'Bisswurm' rund 2,5 Millionen Euro vom Land

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Tanja Gönner: Villingen-Schwenningen erhält für die Sicherung und Sanierung der ehemaligen Mülldeponie 'Obere Wiese' 1,34 Millionen Euro und für den ehemaligen Verbrennungsplatz 'Bisswurm' rund 2,5 Millionen Euro vom Land

Zur Entlastung der Umwelt sind weitere Anstrengungen von Städten und Gemeinden gemeinsam mit dem Land notwendig

Baden-Württemberg23.07.2010"Villingen-Schwenningen erhält für die Sicherung und Sanierung der ehemaligen Mülldeponie 'Obere Wiese' 1,34 Millionen Euro und für die Sicherung und Sanierung des ehemaligen Verbrennungsplatzes 'Bisswurm' rund 2,5 Millionen Euro vom Land", erklärte Umweltministerin Tanja Gönner am Freitag (23. Juli 2010). Der Verteilungsausschuss Altlasten hat vor kurzem Finanzmittel für die Altlastensanierung bereitgestellt. Dem Ausschuss gehören Vertreter der kommunalen Landesverbände, der Wirtschaft, des Innen- und Umweltministeriums an.

"Zur Entlastung der Umwelt, insbesondere zur Verhütung von Schädigungen des Grundwassers, sind trotz guter Fortschritte weitere Anstrengungen bei den Städten und Gemeinden und beim Land notwendig. Dies gilt sowohl bei der Untersuchung wie auch der Sanierung von Altlasten im Land", erklärte Umweltministerin Tanja Gönner. Die Aufarbeitung des Altlastenproblems wird aus heutiger Sicht wahrscheinlich noch mindestens zwei Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Die Gesamtkosten zur Behandlung kommunaler und privater Altlasten werden mit 1 bis 1,5 Milliarden Euro abgeschätzt, davon etwa ein Drittel für die kommunalen Altlasten. In der Vergangenheit seien seit 1988 rund 660 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt in die Altlastenförderung geflossen. Damit konnten unter anderem zahlreiche Industriebrachen, Grundwasserschadensfälle, Altablagerungen saniert und ohne weiteren Schaden für die Umwelt für eine weitere Nutzung zur Verfügung gestellt werden. "Die Altlastenförderung in Baden-Württemberg ist eine Erfolgsgeschichte. Ein Grund ist das gute Miteinander von Kommunen und Land", so die Ministerin.


Information:
Ehemalige Mülldeponie "Obere Wiese"
Die Altablagerung "Obere Wiesen" liegt am südlichen Rand des Stadtbezirkes Villingen auf der Gemarkung Marbach und wurde von der Stadt Villingen im Zeitraum 1951 bis 1974 als ungeordnete Hausmülldeponie betrieben. Eine Oberflächenabdichtungsmaßnahme zur Verringerung der Durchsickerung und somit zur Verringerung des Schadstoffeintrages in das Grundwasser mit begleitendem Monitoring wird umgesetzt. Das Oberflächenabdichtungssystem beinhaltet einen Regelaufbau nach TA-Siedlungsabfall, Deponieklasse 1. Hierbei sind Entgasungseinrichtungen vorgesehen. Das Oberflächenwasser wird oberhalb der mineralischen Dichtungsschicht in einer qualifizierten Entwässerungsschicht zentralen Entwässerungselementen zugeführt und der Brigach zugeleitet. Die Rekultivierungsschicht mit einer Mächtigkeit von 1,5 Meter soll Gehölzbewuchs beziehungsweise Wald zulassen und somit eine zusätzliche nachhaltige Schutzwirkung ausüben. Die Stadt Villingen-Schwenningen erhält bei einem Fördersatz von nahezu 75 Prozent für die Sanierungsmaßnahme eine Zuwendung von
1,34 Millionen Euro.

Ehemaliger Verbrennungsplatz Bisswurm
Der Verbrennungsplatz wurde von 1960 bis 1974 von der Stadt Villingen-Schwenningen betrieben. Auf dem seinerzeit eingezäunten Platz waren sechs Erdbecken ausgehoben, die den örtlichen Betrieben zur Ablagerung von Produktionsrückständen aus der Lackverarbeitung sowie Inhalten von Benzinabscheidern zur Verfügung gestellt wurden. Der Inhalt der Becken wurde von Zeit zu Zeit angezündet. Zunächst fand im zentralen Schadensbereich im Lockergestein ein Bodenaustausch statt. Im Jahr 2009 wurde erfolgreich eine Dampf-Luft-Injektion (DLI) getestet. Während des 6-monatigen Testzeitraumes wurden über 500 Kilogramm LHKW entfernt. Die Universität Stuttgart kommt zum Ergebnis, dass das Verfahren für den Standort geeignet ist und empfiehlt das Verfahren für die ungesättigte Bodenzone im Bereich des Schadensherdes (circa 3.000 Quadratmeter) und geht davon aus, dass mehrere 10er Tonnen LCKW über einen erforderlichen Sanierungszeitraum von 3 Jahren aus dem Untergrund entfernt werden können.
Die Stadt Villingen-Schwenningen erhält bei einem Fördersatz von nahezu 70 Prozent für die Sanierungsmaßnahme eine Zuwendung von 2,5 Millionen Euro.


Quelle: Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg

 
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Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft
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