Ministerialdirektor Bernhard Bauer beim Spatenstich für das Hochwasserrückhaltebecken Hoftal bei Großbottwar

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Ministerialdirektor Bernhard Bauer beim Spatenstich für das Hochwasserrückhaltebecken Hoftal bei Großbottwar

Mit dem Hochwasserrückhaltebecken Hoftal wird ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes für die Kommunen im Einzugsgebiet der Bottwar erreicht

Baden-Württemberg22.07.2010Ministerialdirektor Bernhard Bauer ist heute (22. Juli 2010) beim Spatenstich für das Hochwasserrückhaltebecken Hoftal bei Großbottwar (Landkreis Ludwigsburg). "Mit dem Hochwasserrückhaltebecken Hoftal wird ein weiterer wichtiger Schritt bei der Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes für die Kommunen im Einzugsgebiet der Bottwar erreicht", erklärte der Ministerialdirektor. Die weitere Verbesserung des Hochwasserschutzes gelinge nur durch gemeinsame An-strengungen von Städten, Gemeinden und dem Land. Für das Hochwasserrückhaltebecken des Zweckverbandes Hochwasserschutz Bottwartal stelle das Land mit 2,9 Millionen Euro über zwei Drittel der Gesamtkosten von rund 4,2 Millionen Euro."Das ist gut angelegtes Geld", so Bauer.

In der Vergangenheit, wie auch 2002, sei es immer wieder zu erheblichen Hochwasserereignissen für die Städte und Gemeinden gekommen. "Der Zuschuss des Landes für das zweite Becken des Zweckverbands wird dazu beitragen, die Gefahren von Hochwasserschäden an der Bottwar deutlich zu mindern", erklärte der Ministerialdirektor. Im Bottwartal werde ein Schutz vor einem etwa 100-jährlichen Hochwasserereignis angestrebt. Bei einer Überschreitung dieses statistischen Wertes sei naturgegeben aber weiterhin mit einer Hochwassergefährdung zu rechnen. Das Land setze daher auf eine ganzheitliche Hochwasserschutzstrategie. Neben dem technischen Hochwasserschutz seien dies das Hochwasserflächenmanagement und die Hochwasservorsorge, die das Land regelmäßig weiter entwickelt. So verfüge das Land in Karlsruhe über eine bundesweit anerkannte Hochwasservorhersagezentrale, die zuletzt mit regionalen Hochwasserfrühwarnungen eine erneute Vorreiterrolle eingenommen habe. Außerdem habe das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr zusammen mit dem Innenministerium zur Gefahrenabwehr das Flutinformations- und Warnsystem FLIWAS entwickelt und landesweit eingeführt. Es steht den Kommunen und Unteren Verwaltungsbehörden zur Verfügung. Dazu Bauer: "Ich freue mich, wenn dieses Angebot angenommen, das System eingesetzt und genutzt wird."

Das Land habe in den vergangenen Jahren rund 60 bis 70 Millionen Euro pro Jahr im Hochwasserschutz investiert, beispielsweise durch den Bau von Rückhalteräumen, Deichen und Dämmen. "Es wird zwar nicht möglich sein, eine hundertprozentige Sicherheit zu gewährleisten. Durch den Ausbau des Hochwasserschutzes können aber dennoch die Gefahren gemindert und ein Beitrag zu einer effektiven Schadensminderung geleistet werden", so Bauer.


Informationen:
Im Jahr 2005 wurde der Zweckverband Hochwasserschutz Bottwartal gegründet, der aus vier Verbandsmitgliedern (Beilstein, Großbottwar, Oberstenfeld, Steinheim a. d. Murr) besteht. Die Geschäftsführung und den Verbandsvorsitz hat die Stadt Großbottwar für den Zweckverband übernommen.

Die Hochwasserschutzkonzeption sieht den Bau von insgesamt sechs Hochwasserrückhalterbecken an der Bottwar und deren Seitengewässern vor. Ergänzend hierzu sind Maßnahmen zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Gewässer in den Ortslagen vorgesehen.

Bei dem Hochwasserrückhaltebecken Hoftal handelt es sich um ein gesteuertes Trockenbecken nördlich von Großbottwar an der Bottwar ohne Dauerstau. Das Absperrbauwerk ist ein Damm mit offenem dreigliedrigem Auslassbauwerk mit circa 18 Meter Breite. Der Abfluss aus dem Becken wird durch den unterhalb liegenden Steuerpegel so geregelt, dass ein Abfluss von 15 Kubikmeter pro Sekunde nicht überschritten wird. Der Einstau in den Rückhalteraum beginnt erst bei Hochwasserständen, die statistisch nur etwa alle vier bis fünf Jahre auftreten. Sinkt der Zufluss, entleert sich der Rückhalteraum wieder. Nur bei einem so genannten 100-jährlichen oder noch größeren Hochwasserereignis werden die gesamten vorgesehenen Stauflächen beansprucht. Aufgrund seiner Lage und seines Volumens schützt das Becken nicht nur Großbottwar und Kleinbottwar sondern entfaltet seine Wirkung bis nach Steinheim a. d. Murr.

In hochwasserfreien Zeiten fließt die Bottwar ungehindert und ohne Aufstau durch das Auslassbauwerk, wodurch die im Rückhalteraum liegenden landwirtschaftlichen Flächen wie bisher genutzt werden können. Durch Hochwasser verursachte Schäden an Grundstücken und Pflanzen in den Stauräumen werden vom Zweckverband entschädigt.

Rahmendaten:
Einzugsgebiet: 52,5 km²
Ausgelegt auf HQ100
Zufluss bei HQ100: 50,9 m³/s
Regelabgabe: 15 m³/s
Gewöhnlicher Hochwasserrückhalteraum: 240.000 m³
Dammkronenlänge: ca. 370 m
Maximale Dammhöhe über Talsohle: 4 m
Schüttvolumen Damm: 20.000 m³


Quelle: Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg

 
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