Brundtland-Parlament im Kloster Bebenhausen: Schüler entwickeln Thesen zu nachhaltiger Entwicklung
Tanja Gönner lobt Engagement: Auseinandersetzung mit zentralen Zukunftsfragen ist ermutigend. Nagelprobe kommt mit der Umsetzung im Lebensalltag
21.07.2010Im Kloster Bebenhausen (Landkreis Tübingen) diskutieren heute (21. Juli 2010) in einem so genannten "Brundtland-Parlament" rund 180 Schülerinnen und Schüler von landesweit sechs Schulen mit Umweltministerin Tanja Gönner aktuelle Fragen einer nachhaltigen Entwicklung. Ziel ist es Richtlinien als Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung zu erarbeiten. Diese sollen dann der Politik übergeben und im Lebensalltag der Jugendlichen umgesetzt werden. Zur Vorbereitung auf den Parlamentstag beschäftigten sich die jungen Menschen bereits seit fünf Monaten mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten wie dem Klimawandel, dem Verbrauch von Umweltressourcen oder Verkehr und Mobilität. "Das Engagement der Schülerinnen und Schüler verdient Anerkennung. Es ist ermutigend, wenn sich junge Menschen so intensiv mit zentralen Zukunftsfragen auseinandersetzen", so Ministerin Gönner im Vorfeld. Die Nagelprobe stehe allerdings noch bevor, wenn nach der theoretischen Aufarbeitung auch die praktische Umsetzung im Lebensalltag erfolgen soll. Im Frühjahr 2011 sollen über die Erfahrungen berichtet und Ergebnisse ausgewertet werden. "Ein wichtiger Schritt wurde gemacht, in dem es gelungen ist, die jungen Menschen für aktuelle Fragen, die letztlich ihre eigene Zukunft betreffen, zu gewinnen", so Umweltministerin Gönner.
Der Brundtland-Prozess ist ein Baustein der von Landesregierung im Jahr 2007 auf den Weg gebrachten Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. "Junge Menschen zählen zu der wichtigsten Zielgruppe, weil es im Kern darum geht, künftigen Generationen gute Entwicklungschancen zu eröffnen. Deshalb wollen wir Jugendliche beispielsweise über einen solchen Brundtland-Prozess in die Strategie einbinden", so Gönner.
Internet:
- www.wir-ernten-was-wir-saeen.de
- www.jetzt-das-morgen-gestalten.de
Ergänzende Information:
Der Name "Brundtland-Prozess" beziehungsweise "Brundtland 2.0" leitet sich von der Brundtland-Kommission ab, die 1987 nachhaltige Entwicklung definierte. Der Zusatz "2.0" hat zweierlei Bedeutung: Einerseits steht er für das Wiederaufgreifen des im Brundtland-Bericht genannten Gedankens. Auf der anderen Seite ist er eine Anspielung auf das "Web 2.0" und die Generation, die hiermit großgeworden ist.
An dem vom Umweltministerium im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes initiierten Brundtland-Prozess nehmen teil: Mädchen-Gymnasium St. Dominikus, Karlsruhe; Otto Hahn Gymnasium Ostfildern; Max Eyth Schule Stuttgart; Justinus Kerner Gymnasium Weinsberg; Edith Stein Schule Ravensburg; Klettgau-Gymnasium Tiengen. Der Prozess wird inhaltlich von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen betreut.
Mit ihrem Anliegen unterstützt die Nachhaltigkeitsstrategie die Intentionen der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" für die Jahre 2005 - 2014. Die Mitgliedsländer der Vereinten Nationen haben sich verpflichtet, in diesen Jahren intensive Anstrengungen zu unternehmen, um das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Bildung zu verankern. Bildung für nachhaltige Entwicklung zielt darauf, jedem Einzelnen die Prinzipien, Werte, Kompetenzen und das Wissen zu vermitteln, die für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Gestaltung der Zukunft erforderlich sind. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein zentraler Bestandteil eines umfassenden Innovationskonzeptes, das die jungen Menschen möglichst früh mit den Kompetenzen ausstatten soll, die es ihnen ermöglichen, angemessene Antworten auf sich künftig verändernde Lebensbedingungen in allen gesellschaftlichen Bereichen zu finden.