Kommunales Abwasser
Abwassersammlung
Grundsätzlich stehen zwei Verfahren zur Auswahl. Beim Trennverfahren wird das Abwasser und das Oberflächenwasser (Regen-, Quell- und Sickerwasser) in zwei voneinander vollkommen getrennten Kanalisationsnetzen zur Kläranlage bzw. zum nächsten Gewässer („Vorfluter“) abgeleitet. Bei dem in Baden-Württemberg meist angewandten Mischverfahren werden Abwasser und Regenwasser gemeinsam in einem Kanalisationsnetz gesammelt.
Weil das Verhältnis von Abwasser zu Oberflächenwasser bei starken Regenfällen über 1:300 betragen kann und diese Wassermengen nicht wirtschaftlich der Kläranlage zugeführt und dort behandelt werden können, müssen im Kanalnetz entsprechende Regenwasserentlastungs- und Regenwasserbehandlungsanlagen vorgesehen werden.
In Baden-Württemberg sind bereits über 93 % der erforderlichen Regenwasserbehandlungsanlagen gebaut worden.
Das gesammelte Abwasser fließt zur Kläranlage. In der mechanischen Stufe werden grobe Stoffe im Rechen, Sand im Sandfang sowie gut absetzbare und aufschwimmende Stoffe im Vorklärbecken zurückgehalten. Dies sind ca. 20-30 % der organischen Schmutzstoffe.
Die anschließende biologische Stufe ist meist eine Schlammbelebungsanlage. Im Belebungsbecken dienen die im Abwasser verbliebenen Abwasserinhaltsstoffe den Bakterien und anderen Kleinlebewesen als Nahrung und werden von diesen in absetzbaren „Belebtschlamm“ umgewandelt. In einem Liter sind etwa 100 Millionen Bakterien enthalten. Der dafür in erhöhtem Umfang erforderliche Sauerstoff wird über Gebläse in das Abwasser eingetragen. Der sich bildende Schlamm setzt sich im Nachklärbecken ab, während das geklärte Wasser aus dem oberen Teil des Beckens zum Vorfluter abfließt.
Wärme aus Abwasser
Im täglichen Gebrauch wird sowohl in der Industrie als auch im Haushalt Wasser erwärmt und nach Gebrauch mit warmen Temperaturen als Abwasser abgeleitet. Unter Beachtung gewisser Randbedingungen (z.B. Wassermenge und Rohrdurchmesser) lässt sich dieses Wärmepotenzial wieder zur Versorgung größerer Gebäude oder Wohnsiedlungen nutzen. Die Technik ist zwischenzeitlich ausgereift und hat sich bei vielen Projekten, insbesondere in der Schweiz, über Jahre bewährt.
Um diese umweltfreundliche Technologie in Baden-Württemberg weiter bekannt zu machen, hat das Umweltministerium in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden und der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) am 27.Januar 2010 in Stuttgart einen Kongress durchgeführt, in dem die Technik erläutert, Randbedingungen aufgezeigt und konkrete Beispiele vorgestellt wurden.
zu den Vorträgen
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