Neue Initiative der Umweltakademie Baden-Württemberg „Steinreiches Neckartal“ gestartet

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Neue Initiative der Umweltakademie Baden-Württemberg „Steinreiches Neckartal“ gestartet



Stuttgart/Ludwigsburg/Besigheim. „Da reisen manche Leute für teueres Geld nach Peru, um die Inka-Ruinen von Machu Pichu zu sehen und kennen nicht einmal die gut tausend Jahre alten Weinbau-Terrassen vor der eigenen Haustüre, die zwischen Esslingen und Gundelsheim mal rechts, mal links des Neckars wie ein kleines Weltwunder an den Steilhängen kleben“, so Claus-Peter Hutter, Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg. Das soll sich künftig ändern. Im Beisein von Minister Peter Hauk – gleichermaßen für Naturschutz, Landschaftspflege wie auch für Weinbau zuständig – stellte jetzt (am 05.05.2009) die Umweltakademie in Kooperation mit der Neckar-Personen-Schifffahrt „Neckar Käpt’n“ eine neue Initiative vor. Ziel ist es, mit dem Neckarfloß ohne erhobenen Zeigefinger auf genussvolle Weise die Faszination der Rebterrassen und deren Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt, das Landschaftsbild und den traditionsreichen Weinbau mit seinen ganz besonderen Erzeugnissen, den Menschen näher zu bringen, betonten die Veranstalter. Dazu hat die Umweltakademie den neuen Seminartyp „Steinreiches Neckartal“ entwickelt. Dabei erhalten Gruppen ab 40 Personen auf der Strecke von Stuttgart-Bad Cannstatt bis Besigheim (es sind nach entsprechender Vereinbarung auch andere Streckenabschnitte möglich) bei einer erlebnisreichen Floßfahrt Erläuterungen und Hin-tergrundwissen zu den markanten Weinberg-Terrassen, zum Neckar und zu Kultur und Natur im Neckartal. „Wir wollen, dass den Floßreisenden die Fahrt auch kulinarisch in Erinnerung bleibt, deshalb gibt es – je nach Streckenabschnitt – immer die Weine, an deren Rebstöcke unser Floß vorbeigleitet“, so Neckar Käpt’n Wolfgang Thie. Wie Akademieleiter Claus-Peter Hutter betont, kann man dabei an die erfolgreiche Zusammenarbeit bei den Schwimmenden Seminaren auf den anderen Booten der Neckarpersonen-Schifffahrt zurück blicken. „Im Laufe von 10 Jahren haben wir mindestens 5.000 Menschen erreicht. Wir konnten sie für die Neckarlandschaft und deren Schutz begeistern“, so C.-P. Hutter. Nur das Thema Weinbau und dessen Bedeutung für die Reb-Terrassen sei bislang bei den Schwimmenden Seminaren etwas zu kurz gekommen. „Es ist hoch erfreulich, dass die Umweltakademie zusammen mit der Neckar-Personen-Schifffahrt erneut Zeichen setzt und neue Wege beschreitet, wenn es darum geht, das Wissen um heimische Natur und Landschaft sowie um die Produkte aus dieser Landschaft, aber auch die Verletzlichkeit der Natur und konkrete Möglichkeiten des Naturschutzes zu den Menschen zu bringen“, so Minister Peter Hauk beim Auftakt des Floßseminars „Steinreiches Neckartal“. Weil Umwelt nur derjenige schützen könne, wer auch Natur kennt, geht es bei der Initiative gerade auch darum, auf unterhaltende Art Kenntnisse über den Natur- und Heimatraum zu vermitteln, unterstrich Minister Hauk. Gruppen aus Betrieben, Sportvereine, Familien oder Menschen, die zu Jahrgangstreffen unterwegs sind: sie können die Fahrt „Steinreiches Neckartal“ quasi als Seminar auf Abruf buchen. Fachkundige freie Mitarbeiter der Umweltakademie sind dann auf dem Floß, um auf Besonderheiten einzugehen.

Der Minister nannte die Steillagen-Terrassen, die zwischen Esslingen und Gundelsheim, nördlich von Heilbronn mal rechts, mal links die Neckarsteilhänge prägen, eine ökologische-kulturelle Perle der Region, die nicht hoch genug geschützt werden könne. Die Erhaltung der jahrhundertealten Reb-Terrassen sei jedoch nur dann möglich, wenn die Produkte aus den Steillagen entsprechenden Absatz finden und auch gerecht entlohnt werden, so Minister Peter Hauk, der auch auf die jahrelange Förderung des Steillagen-Weinbaus durch das Land Baden-Württemberg einging. Hauk unterstrich auch, dass eine intakte erlebniswerte Landschaft gerade in einem Industrieland wie Baden-Württemberg als grüne Infrastruktur eine immer bedeutendere Rolle als Standortfaktor einnehme.

Minister Hauk nützte die Gelegenheit, um auch auf die von der Umweltakademie gemeinsam mit dem württembergischen und badischen Weinbauverband, dem Verband der Prädikatswein-güter Württemberg und Baden sowie dem Staatsweingut Weinsberg und dem Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg gestartete Aktion „Lebendiger Weinberg“ hinzuweisen und eine Zwi-schenbilanz zu ziehen. Ziel sei es, die Landschaftscharakteristik von Weinbauflächen – und gerade auch von flurbereinigten Bereichen – so aufzuwerten, dass die Lebensbedingungen für die frei lebende Tier- und Pflanzenwelt verbessert werden. Es sei sehr erfreulich, dass diese Initiative in den Kreisen des Weinbaus immer größeren Anklang finde. Seit dem Auftakt vor ei-nem Jahr seien in verschiedenen Weinbaugegenden rund 60.000 einst typische, aber selten gewordene Weinbergbegleitpflanzen wie Färberkamille, Weinraute, Wilder Majoran und Deutsche Schwertlilie wieder ausgepflanzt worden. Nach Mitteilung des Ministers haben sich an der Aktion auch Genossenschaften und Privatweingüter entlang des Neckars beteiligt. Zwar habe man noch lange die ehrgeizigen Ziele nicht erreicht, doch lasse das große Interesse der Wengerter hoffen, sagte Hauk. Auch die Initiative „Erlebnis-Floßfahrt Steinreiches Neckartal“ findet beim Weinbau großen Anklang. Dies zeigte sich beim Auftakt auch durch die Anwesenheit zahlreicher Repräsentanten des Weinbaus. Mit dabei waren der Präsident des Württem-bergischen Weinbauverbandes Hermann Hohl sowie Vertreter des VDP-Württemberg (Weingut Herzog von Württemberg, Weingut Gert Aldinger) sowie der Weinbaugenossenschaften Mun-delsheim, Besigheim, Marbach, Lauffen, Bad Cannstatt, Untertürkheim, Uhlbach, Rotenberg (Collegium Wirtemberg) sowie verschiedene Privatwengerter und Vertreter des Tourismus.

Informationen zu den Seminaren der Umweltakademie auf dem Neckar gibt es unter: www.umweltakademie.baden-wuerttemberg.de oder unter: www.neckar-kaeptn.de



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