Gesamtstrategie
Vor allem die richtige Strategie ist wichtig. Sie muss sich im wesentlichen an der bestehenden Schulkultur orientieren: Ist sie sehr kommunikativ, eher chaotisch oder gibt es eine ausgeprägte Hierarchie an der Schule? Weniger wichtig ist die jeweilige Schulform. Ob Grund-, Haupt-, Real- und Berufsschule oder Gymnasium, für jede Schulform gibt es viele Beispiele, erfolgreich oder weniger erfolgreich verlaufener Energiesparprojekte.
Allgemeine Hinweise zur Einführungsstrategie
Am Anfang steht meist eine Lehrerin, ein Lehrer oder auch eine Schülergruppe, die es interessant und wichtig finden, ein Energiesparprojekt zu initiieren. Der Anstoß kann aber auch von außen kommen, zum Beispiel vom Schulträger, der den Schulen die Durchführung eines Projekts anbietet oder nahe legt.
Informieren
Der Erfolg jedes Projekts steht und fällt mit den handelnden Personen. An erster Stelle sollte daher auf jeden Fall die Information aller beteiligten Personen stehen. Da eigentlich alle Schulnutzer in irgendeiner Weise beteiligt sind (durch bewusstes Verhalten), müssen auch alle informiert werden. Es hat sich bewährt, zuerst im Rahmen einer Strategiesitzung im engeren Kreis mit Schulleitung, Hausmeister und besonders an der Thematik interessierten Lehrern oder Schülern das Vorgehen zu besprechen und zu planen. Einigt man sich darauf, ein Projekt durchzuführen, muss überlegt werden, welche Person oder Gruppe die Verantwortung übernimmt. Außerdem muss die Information der anderen Schulnutzer geplant werden.
Zur praktischen Durchführung bietet sich die Bildung eines sogenannten Energiespar-Teams an. In diesem sollten Lehrer, Schüler, der Hausmeister und zumindest ideell die Schulleitung vertreten sein. Detaillierte Informationen zum Energiespar-Team (kurz: E-Team) finden Sie hier als pdf.
Das Lehrerkollegium kann im Rahmen einer Gesamtlehrerkonferenz über Ziele und Inhalte informiert werden. Besonders überzeugend ist oftmals die Einbindung unabhängiger Experten (zum Beispiel vom zuständigen Amt der Stadt oder Energieberatern). Auf jeden Fall sollte die Schulleitung demonstrieren, dass sie das Projekt voll unterstützt oder für unterstützenswert hält.
Ein vergleichbares Forum für die Schüler ist die Schülerverwaltung. Hier können die Klassensprecher informiert werden. An Grundschulen oder anderen Schulen, an denen es keine Schülerverwaltung gibt, können die Lehrer in ihren Klassen vom Energiesparprojekt berichten.
Beschließen
Die Gesamtlehrerkonferenz sollte nicht nur informiert werden, sondern sollte sich auch aktiv hinter das Energiesparprojekt stellen. So ist genügend Rückhalt für das Energiespar-Team vorhanden, wenn es an die Umsetzung geht. Die Durchführung des Projekts sollte also formell beschlossen werden. Viele Schulträger verlangen sogar einen Beschluss der Gesamtlehrerkonferenz, wenn die Schule in den Genuss einer Erfolgsbeteiligung kommen möchte. Zum Beschluss sollte auch die offizielle Ernennung des Energiespar-Teams gehören, was noch einmal die spätere Arbeit erleichtert.
Untersuchen
Wo sind überhaupt mögliche und sinnvolle Ansatzpunkte zum Energiesparen? Jeder Schulnutzer hat bestimmt einige Schwachstellen des Gebäudes im Hinterkopf, an denen sich ansetzen ließe. Eine umfassende Übersicht erhalten Sie aber erst durch einen Schulrundgang. Vom Heizungskeller über die Flure, typische Klassen- und Fachräume sowie die Turnhalle und Räume mit Sonderfunktionen sollten untersucht werden: Wo sind einerseits "Energielecks" und wo können andererseits Aktionen zur Bewusstseinsbildung ansetzen? Vor allem in diesen Punkten können unabhängige Experten ihre Erfahrung einbringen.
Tipp: Den virtuellen Schulrundgang mit Hinweisen und Tipps finden Sie unter Schulrundgang .
Planen
Bevor jetzt richtig gehandelt wird, sollten die Ergebnisse des Rundgangs noch einmal in Ruhe überdacht werden. Überstürzte Aktionen, womöglich ein heimliches Manipulieren an der Heizungsregelung, können die Akzeptanz des Projekts gefährden. Ein Start mit einer erneuten Information der restlichen Schulnutzer, diesmal fachlich, zum Beispiel über Klimaschutz, Energieverbrauch und Sparmaßnahmen, macht die Vorgehensweise des Energiespar-Teams transparent. Regelmäßige E-Team-Sitzungen dienen dieser Planungsphase. Zudem können eine öffentlichkeitswirksame Aktion wie ein Stromspartag bzw. eine Stromsparwoche, eine Ausstellung oder sogar ein Energiesparwettbewerb geplant und anschließend durchgeführt werden.
Durchführen
Lichtschaltermarkierungen und Prompts (= kurze Handlungsanweisungen oder Erinnerungen in Form von Aufklebern) an den Fenstern machen allen Nutzern den richtigen Umgang mit Energie bewusst. Das Energiespar-Team sollte vor allem anfangs darauf achten, dass es zum richtigen Verhalten motiviert, aber nicht nötigt oder "nervt". Problematisch sind auch Aktionen, bei denen Schüler und Lehrer den Eindruck haben, ihnen wird ein Verzicht aufgezwungen. Bei der Durchführung von Energiesparprojekten gilt immer: "Niemand soll frieren oder im Dunkeln sitzen!"
Kontrollieren und Darstellen
Schon während der ersten Aktionen sollte das Energiespar-Team Rückmeldungen einholen. Einerseits sollte erhoben werden, ob das Vorgehen bei den anderen Schülern und Lehrern ankommt, andererseits interessiert es, ob es zu Einsparungen kommt. Der zweite Punkt ist erst auf längere Sicht interessant. Zu Beginn sollte nicht mit drastischen Verbrauchssenkungen gerechnet werden. Trotzdem ist ein Überblick über die Verbräuche wichtig, damit mittel- und langfristig Tendenzen zu erkennen sind. Mancher Schulträger verlangt auch eine Projektdokumentation, wenn er das Projekt finanziell unterstützt. Diese sollte man aber auch aus eigenem Interesse anlegen, denn auch hier gilt: "Tue Gutes und rede darüber!". Die transparente Darstellung des Vorgehens und der Erfolge ist ein wichtiges Kriterium für die allgemeine Akzeptanz. Sinnvoll ist zum Beispiel die dauerhafte Einrichtung - und regelmäßige Aktualisierung - eines "Schwarzen Bretts Energie" an einer zentralen Stelle in der Schule.
Hier können Sie weiterführende Inhalte und Tipps als pdf herunterladen: