Katholische Spitalstiftung, Horb am Neckar

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg  

Katholische Spitalstiftung, Horb am Neckar

Anerkennung Dienstleistung 2008


Firmierung
Katholische Kirchengemeinde Heilig Kreuz in Horb mit Katholischer Spitalstiftung

Anschrift

Gutermannstraße 11
72160 Horb am Neckar
Telefon (07451) 5553 - 420
Telefax (07451) 5553 - 421
E-Mail verwaltung@spitalstiftung-horb.de
Internet
www.spitalstiftung-horb.de



Gründungsjahr 1352
Mitarbeiterzahl180
StandorteHorb am Neckar


Katholische Kirchengemeinde Heilig Kreuz in Horb mit Katholischer SpitalstiftungDie Katholische Spitalstiftung Horb ist eine Stiftung des Kirchlichen Rechts in der Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde Hl. Kreuz in Horb. 
Die 1352 gegründete Spitalstiftung umfasst die Bereiche Altenhilfe (Altenpflegeheime, Sozialstation), Jugendhilfe (Kindergärten) und die Verwaltung verschiedener Kirchen und Gemeindehäuser sowie land- und forstwirtschaftliche Grundstücke.

Leistungen im Umweltschutz
Der Schutz der Umwelt und der Gedanke der Nachhaltigkeit stellen ein zentrales Anliegen in der täglichen Arbeit der Einrichtung dar. Die katholische Gemeinde hat Anfang 2005 am Pilotprojekt zum Kirchlichen Umweltmanagement in der Diözese Rottenburg-Stuttgart teilgenommen und sich in Folge 2006 nach EMAS zertifizieren lassen. Dazu gehören 10 Gebäude der Kirchengemeinde. Zur Kontrolle der Verbräuche und Emissionen wird ein Kennzahlencontrolling geführt. Strom-, Heizungs- und Wasserzähler werden monatlich abgelesen und in ein Kalkulationsprogramm eingegeben.
Organisatorisch ist der Umweltschutz beim Stiftungsdirektor angesiedelt, der als Umweltbeauftragter bzw. Schöpfungsbeauftragter zusätzlich als Umweltauditor tätig ist. Mit der Einrichtung eines Umweltteams, in dem auch Ehrenamtliche tätig sind, werden Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung im betrieblichen Umweltschutz umgesetzt.

Eine Vorbildfunktion nimmt die Katholische Spitalstiftung im Bereich Energie ein. Im Zuge der Einführung des Umweltmanagementsystems (2005-2007) konnten zwei Ölheizungsanlagen durch Holzpelletsanlagen ersetzt werden. Dadurch wurde der Heizenergiebedarf um knapp 30% gesenkt, was eine Reduzierung des CO2-Aussoßes der Heizung um 42% bewirkte.
Die Kirchengemeinde begann bereits im Jahr 1994 aufgrund der Idee eines Energieverbunds verschiedener Einrichtungen - "Energieverbund Gutermannstraße"- mit dem Ersatz der Ölheizungsanlage in einem Altenheim durch ein Blockheizkraftwerk, einer Holzhackschnitzelanlage sowie einem Spitzenlastkessel mit Heizöl. Darauf aufbauend wurde ein Nahwärmenetzwerk errichtet, das weitere Einrichtungen mit einschließt. Dadurch konnten weitere vier Ölheizungsanlagen stillgelegt werden. Dieses Projekt wurde aufgrund seines innovativen Charakters von der Deutschen Stiftung Umwelt gefördert. Mit dem "Energieverbund Gutermannstraße" wurden bisher 1 Million Liter Heizöl bzw. 10.000 Tonnen CO2 eingespart. Außerdem wird durch die Wärmedämmung im Altenheim soviel Energie eingespart, dass die neue Seniorenwohnanlage St. Vinzenz ohne Mehrenergie beheizt werden kann.

Anlieferung von HolzpelletsNeubauten werden ebenfalls mit regenerativer Energie beheizt. So wurden z. B. auf dem Dach des neuen Altenpflegeheims "Bischof Sproll"  90m2 Solarkollektoren für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung angebracht. Auch das neue Zentrum "Jung und Alt", das aus einem Kindergarten, dem Gemeindehaus, der Kirche und einem Altenpflegeheim besteht wird ausschließlich mit regenerativer Energie versorgt. Dazu kommen unter anderem eine Holzpellet-Anlage, eine thermische Solaranlage, sowie eine Photovoltaik-Anlage mit 55 kWp zum Einsatz. Die Bewohnerzimmer sind mit einer kontrollierten Belüftung ausgestatten und Wärmerückgewinnung ist möglich.

Neben den enormen Bemühungen im Energiebereich finden noch weitere Maßnahmen im Rahmen der Betriebsökologie statt. Beispielhaft genannt seien:
  • Nachhaltige Waldbewirtschaftung: Die Erlöse werden für langfristige Investitionen eingesetzt. Durch eine Urkunde des PEFC (Waldzertifizierungssystem) verpflichtet sich die Katholische Spitalstiftung Horb ihre Waldbewirtschaftung nach den entsprechenden Richtlinien durchzuführen.
  • Verwendung regionaler Lebensmittel, darunter auch Bio-Produkte, fair gehandelter Kaffee
  • Beschaffung ökologischer Büromaterialen und umweltfreundliche Reinigungsmittel
  • Fahrzeugumrüstung auf Autogas und Durchführung von Spritspar-Fahrtraining

Hervorzuheben ist auch die Bereitstellung eines 1,8 ha großen landwirtschaftlichen Grundstücks durch die Kirchengemeinde. Dadurch konnte ein erheblicher Beitrag zur Einrichtung eines großen Solarparks in Baden-Württemberg geleistet werden. Zusätzlich wurde ein Gebäudeteil des Spitalhofs für den Einbau einer Holzhackschnitzelanlage zur Verfügung gestellt. Damit konnte das städtische Heizwerk modernisiert werden.

Eine wichtige Rolle spielt der Umweltschutz auch bei der Einbindung der Mitarbeiter. Durch verschiedene Aktionen, wie z. B. Veranstaltungen zum richtigen Lüften findet eine Sensibilisierung für Umweltschutzmaßnahmen statt. Eine regelmäßige Information über die Umweltleistungen wird über Mitarbeiterversammlungen, Abteilungsbesprechungen und Informationsblätter gewährleistet. Über ein betriebliches Vorschlagswesen können die Mitarbeiter weitere Anregungen einbringen.

Die Einrichtung steht mit den bisherigen Anstrengungen zu einer umweltorientierten Unternehmensführung noch längst nicht am Ende. Weitere umweltrelevante Maßnahmen und Verbesserungen sind der Einsatz einer Photovoltaikanlage auf dem Neubau des Altenpflegeheims "Bischof Sproll" Horb-Hohenberg und die Erneuerung der Blockheizkraftwerke im Energieverbund "Gutermannstraße".
Durch eine Mitarbeiterinitiative sollen zukünftig vermehrt energie- und umweltrelevante Punkte durch das Personal eingebracht werden. Weiterhin ist eine Begutachtung sämtlicher Gebäude der Kirchengemeinde und der Stiftung vorgesehen, um weitere Energiesparmöglichkeiten aufzudecken.

Stand: 03/2009

 
 

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