Agro Energie Hohenlohe, Füßbach

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg  

Agro Energie Hohenlohe, Füßbach

Preisträger Sonderpreis 2008

Firmierung
Agro Energie Hohenlohe GmbH und CO. KG

Anschrift
Bachstraße 48
74635 Kupferzell
Telefon (07944) 950102
Telefax (07944) 950104
E-Mail
Internet www.agro-hoh.de



Gründungsjahr1994
Mitarbeiterzahl


1 landwirtschaftlicher Mitarbeiter (Vollzeit), Praktikant (zeitweise), 1 Mitarbeiterin für Pflege und Haushalt (Teilzeit)
BrancheAgrarwirtschaft  
StandorteFüßbach/Kupferzell



Landwirtschaftsbetrieb AgroEnergie HohenloheDer Landwirtschaftsbetrieb, der von Thomas Karle seit 1994 geführt wird, liegt in Mitten der Hohenloher Ebene in Füßbach, ganz in der Nähe von Kupferzell bei Schwäbisch Hall. Der Betrieb verfügt über 80 Hektar Ackerland und 3 Hektar Wald. Neben Ackerbau und einer konventionellen Schweinemast mit 900 Mastplätzen kam 2001 als weiterer Betriebszweig eine Biogasanlage hinzu. Seit ca. einem Jahr wird aus dem getrockneten Gärrest der Naturdünger "NADU" hergestellt.

Der Betrieb ist als einer der ersten Landwirtschaftsbetriebe in Baden-Württemberg nach EMAS validiert. Herr Karle verfolgt das Prinzip der Nachhaltigkeit und versucht durch eigene Entwicklungen geschlossene Kreisläufe im Unternehmen zu verwirklichen.
Die konsequente Umsetzung einer nachhaltigen und umweltverträglichen Land-Energiewirtschaft sowie das hohe Engagement im betrieblichen Umweltschutz verdienen eine besondere Wertschätzung. Da das Unternehmensmodell sich schwer in die Kategorien Industrie, Dienstleistung, Handel oder Handwerk einordnen ließ, wurde der Betrieb mit dem Sonderpreis ausgezeichnet.

Leistungen im Umweltschutz

Umweltschutz wird nicht nur durch einzelne Maßnahmen umgesetzt, sondern durch ein gesamtschlüssiges Unternehmenskonzept "gelebt". Dazu gehört auch das eingeführte Umweltmanagementsystem nach EMAS. Jährlich werden Input / Output - Daten für Wasser-, Treib- und Schmierstoffe sowie den Bezug und Einspeisung von elektrischer Energie ermittelt. Ein Umweltverhaltenskodex, der sich an den Prinzipien der Nachhaltigkeit orientiert, bildet dabei die entscheidende Grundlage für die tägliche Arbeit.

Eine Vorreiterrolle nimmt Herr Karle im Bereich Bioenergie und Biogas durch den Einsatz einer Kraft-Wärme-Kopplung genutzten Mikrogasturbine ein. Die Anlage, die inzwischen über eine Leistung von 450 Kilowatt verfügt, wurde als Pilotprojekt erstmals in Deutschland angewandt. Dazu fanden auch Versuche mit der Universität Hohenheim statt. Die Biogasanlage wird mit pflanzlichen Reststoffen betrieben, wie Traubenreste, Karottenreste, Getreideausputz oder Salatreste. Zusätzlich zu den eigenen Reststoffen, bekommt Herr Karle "Futter" für die Anlage von weiteren Landwirten aus der Region, teilweise auch von Supermärkten.
Bakterien zersetzen die Biomasse und Methangas entsteht. Das Methangas entzündet sich und treibt einen 400 PS starken Motor sowie den Generator an. Dadurch kann Strom erzeugt werden. Der Betrieb versorgt mittlerweile mit seiner Anlage drei Prozent der Kreis-Haushalte mit Strom. Die Technik hat den entscheidenden Vorteil, dass sie deutlich geringere Emissionswerte aufweist als die herkömmlich eingesetzten Gas-Otto Blockheizkraftwerke.

Mit der Herstellung des Öko-Düngers "NADU" erzeugt Herr Karle erstmals ein Koppelprodukt aus einer landwirtschaftlichen Biogasanlage mit pflanzlichen Reststoffen. Der Dünger ist ein biologisches Produkt, das am Ende des Gärprozesses steht. Die Basis für den Natur-Dünger stellt die Trocknung der Gärreste (Gülle und energiehaltige pflanzliche Stoffe, die zum Betreiben der Bio-Gasanlage eingesetzt werden) dar. Dazu wird die Abwärme des Blockheizkraftwerks genutzt. Aus den Gärresten entsteht nach der Trocknung der hochwertige Naturdünger. Somit wird als Energieträger ausschließlich Biomasse eingesetzt.

Der Naturdünger kann vielfältig verwendet werden, beispielsweise für Ziergehölze, Blumen, Gemüse, Obst und Rasenflächen. Da mit dem Dünger kaum Gerüche verbunden sind, können auch Zimmerpflanzen damit behandelt werden. Hauptzielgruppen für den Vertrieb sind Gärtnereien und Gartenbesitzer in Hohenlohe und angrenzenden Regionen. Erfolgreich getestet wurde "NADU" bereits in Stadt- und Gemeindeverwaltungen, der Weinbauschule Weinsberg, dem Gartenbauinstitut Heidelberg sowie der Universität Hohenheim.

Aufgrund der geringen Betriebsgröße können Vorschläge zur Verbesserung im betrieblichen Umweltschutz in einer lockeren Atmosphäre besprochen und auch zügig umgesetzt werden. In Gesprächen zwischen Herrn Karle und seinen Mitarbeitern ist das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit immer fester Bestandteil im Betriebsalltag. Herr Karle fördert aber auch Weiterbildungsmaßnahmen. So hat beispielsweise ein Mitarbeiter an einer Zusatzausbildung zum Bioenergiewirt teilgenommen.

Das Engagement für den Umweltschutz und eine nachhaltige Entwicklung hört jedoch nicht bei der eigenen Arbeit auf dem Hof auf. Herr Karle leistet seit Jahren aktive Mitarbeit im Arbeitskreis „Internationale Landwirtschaft“ im Rahmen des Evangelischen Bauernwerks Baden-Württemberg. Dort engagiert er sich schwerpunktmäßig im Bereich „Entwicklungshilfe und Nachhaltigkeit“. Mehrere Entwicklungsprojekte in Drittweltländern werden auch durch jährliche Geldspenden unterstützt.

Stand: 03/2009

 
 
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Preisträgerfilm

 

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