Bilanz: Sachstand und Trend

    

Bilanz: Sachstand und Trend

Tabelle 1: Entwicklung der Flächeninanspruchnahme 1997 bis 2006
Tabelle 1: Entwicklung der Flächeninanspruchnahme 1997 bis 2006

Bodenfläche 2006 (Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)
Bodenfläche 2006 (Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)

Ende 2006 nahmen die Siedlungs- und Verkehrsflächen knapp 14 % der gesamten Landesfläche ein. In Baden-Württemberg hatte sich in den Jahren nach der Jahrtausendwende, wie in allen anderen Bundesländern, der Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsflächen verringert. Die tägliche Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Baden-Württemberg betrug 1993 bis 1996 10,2 Hektar pro Tag, 1997 bis 2000 12,0 Hektar pro Tag. In den Folgejahren 2001 (11,8 Hektar pro Tag), 2002 (10,6 Hektar pro Tag), 2003 (10,3 Hektar pro Tag), 2004 (8,8 Hektar
pro Tag) sind die Zuwachsraten kontinuierlich zurückgegangen. Im Jahr 2005 endete dieser Rückgang (8,8 Hektar pro Tag wie im Vorjahr), im Jahr 2006 war ein Anstieg auf 9,4 Hektar pro Tag zu verzeichnen.

Die Verlangsamung der täglichen Flächeninanspruchnahme um ein Viertel in fünf Jahren deutet auf erste Erfolge der Anstrengungen für einen sparsameren Umgang mit Grund und Boden hin. Allerdings dürfte vor allem die schlechte Wirtschaftslage dämpfend auf die Flächenneuinanspruchnahme gewirkt haben. Für diese Deutung spricht, dass mit der wirtschaftlichen Belebung im Jahr 2006 die Flächeninanspruchnahme.

Viele Gemeinden betreiben aktiv Innenentwicklung. Das beginnt mit dem Schließen einzelner Baulücken und geht über maßvolle Nachverdichtung im Bestand und die Revitalisierung von Gewerbebrachen bis hin zur Entwicklung ganzer neuer Stadtteile auf ehemals militärischen Konversionsflächen oder entbehrlichen Bahnflächen. Eine Vielzahl dieser Maßnahmen wird im Rahmen der jährlich ausgeschriebenen Stadterneuerungsprogramme des Landes mit namhaften Finanzhilfen gefördert. ie Neustrukturierung, Umnutzung und Aufbereitung von Brachflächen, bisher militärisch genutzter Gebäude und Liegenschaften sowie die Stärkung der Innenstädte und Ortszentren
sind zentrale Schwerpunkte der Städtebauförderung.

Es sind weiterhin erhebliche Flächenpotenziale für die Innenentwicklung vorhanden. Eine Grobabschätzung im Landesentwicklungsbericht 2005 (S. 182 f.) kommt zu dem Ergebnis, dass die Potenziale für die Innenentwicklung in Baden-Württemberg landesweit im Bereich von ungefähr 23.000 Hektar bis 36.000 Hektar liegen dürften, was 10 % bis 20 % der bestehenden Gebäude- und Freifläche im Land entspricht. In dieser Grobabschätzung der inneren Reserven sind sowohl klassische Baulücken als auch größere Areale der Innenentwicklung wie Gewerbebrachen und innerörtliche Konversionsflächen sowie extensiv genutzte Areale enthalten. wieder angestiegen ist.


 
 Bodenschutz und Flächeninanspruchnahme

Baden-Württemberg: