Neuorientierung: "Klimaschutz 2010 - Konzept für Baden-Württemberg

    

Neuorientierung: "Klimaschutz 2010 - Konzept für Baden-Württemberg

Mit dem im Juli 2005 von der Landesregierung verabschiedeten Klimaschutzkonzept "Klimaschutz 2010 - Konzept für Baden-Württemberg" wurde eine Problemanalyse vorgenommen und konkrete Handlungsmöglichkeiten des Landes herausgearbeitet. Dabei sind auch Empfehlungen des Nachhaltigkeitsbeirats Baden-Württemberg eingeflossen.

Das neue Klimaschutzkonzept konzentriert sich auf zielgenaue und kosteneffiziente Klimaschutzmaßnahmen sowie Maßnahmen mit großer Multiplikatorwirkung. Es beinhaltet zudem strategische Ansätze über das Jahr 2010 hinaus, wie die Energieforschung, den Einsatz marktwirtschaftlicher Instrumente wie den Emissionshandel, die Nutzung der Einflussmöglichkeiten in Bund und EU und Vorschläge zur Weiterentwicklung des internationalen Klimaschutzes. Information, Motivation, Dialog und Kooperation mit den beteiligten gesellschaftlichen Akteuren sind weitere zentrale Elemente.

Die Schwerpunkte für Klimaschutzmaßnahmen auf Landesebene konzentrieren sich auf die Bereiche energetische Modernisierung von Gebäuden, umweltfreundliche Mobilität, Energieeffizienz in Industrie, Gewerbe und Haushalten, Energieeinsparung in Landesgebäuden, kommunaler Klimaschutz, Ausbau der erneuerbaren Energien sowie Zukunft der Kraft-Wärme-Kopplung. Diese Schwerpunkte werden durch Maßnahmen in den Sektoren Land- und Forstwirtschaft, Entwicklung Ländlicher Raum sowie Abfallwirtschaft und in zentralen Querschnittsbereichen wie Kommunikation und (Umwelt-)Bildung sowie Energieforschung ergänzt. Die Landesregierung setzt sich darüber hinaus auch aus Klimaschutzgründen für die Rücknahme der Laufzeitverkürzung der Kernkraftwerke ein.

Künftige Ziele

Die Landesregierung strebt als Beitrag zur Kyoto-Verpflichtung an, durch eigene Maßnahmen und Initiativen den CO2-Ausstoß um 2 bis 4 Mio. t CO2 zu vermindern. Dieses Ziel spiegelt den konkreten Handlungsspielraum des Landes wieder. Demgegenüber ist die Gesamtentwicklung der CO2-Emissionen im Land ganz erheblich von energie- und klimapolitischen Weichenstellungen des Bundes und der EU abhängig (und insoweit dem Einfluss des Landes entzogen).

Das Land strebt an, die CO2-Emission des Verkehrs bis 2010 spürbar zu verringern. Hierzu werden im Rahmen der derzeit vorbereiteten Fortschreibung des Generalverkehrsplans aktuelle Prognosen zu Verkehrsentwicklung und verkehrsbedingten CO2-Emissionen in Baden-Württemberg erstellt werden.

Die Landesregierung hält am Ziel fest, den Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2010 (bezogen auf 1997) zu verdoppeln. Die Verdoppelung bei der Stromerzeugung wurde bereits im Jahr 2006 erreicht. Die Landesregierung wird sich über 2010 hinaus weitere Ziele setzen. So sollen bis zum Jahr 2020 die erneuerbaren Energien mit 20 % zum Stromverbrauch des Landes beitragen.

In Baden-Württemberg soll die Energieproduktivität im Mittel um 2 % pro Jahr gesteigert werden. Damit ist eine deutliche Reduzierung des Pro-Kopf-Energieverbrauchs bis zum Jahr 2020 verbunden. Eine Konkretisierung und die notwendige Einordnung in ein energiepolitisches Zielgeflecht erfolgen im Rahmen eines neuen energiepolitischen Gesamtkonzeptes für Baden-Württemberg.




 
Besonderer Teil - 2. Klimaschutz

Baden-Württemberg: