Ausgangslage
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Natürliche Ressourcen sind die Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung und menschlichen Wohlstand. Die Befriedigung materieller Bedürfnisse des Menschen, die Herstellung und der Konsum von Gütern und Dienstleistungen sind stets mit Nutzung und Verbrauch natürlicher Ressourcen verbunden.
Gewinnung, Verarbeitung und Verbrauch eines Rohstoffs sind in der Regel von Material-, Energie- und Flächeninanspruchnahme, Stoffverlagerungen und Schadstoffemissionen begleitet und damit zumindest mittelbar ursächlich für Umweltbelastungen und auch den Rückgang vieler Tier- und Pflanzenarten. Mit Art und Umfang unserer Produktions- und Konsummuster bestimmen wir den Grad des Eingriffs in die Natur und das Ausmaß der damit verbundenen Umweltbelastungen.
Um eine bloße „Vergeudung“ von Ressourcen und Rohstoffen wie auch bisher zu vermeiden, sollte mit der Rohstoffgewinnung eine positive Wertschöpfung verbunden sein. Die mit der Rohstoffgewinnung verbundenen Eingriffe können im Einzelfall auch ökologisch vorteilhaft sein (z. B. Entstehung eines Sekundärbiotops in einem ehemaligen Steinbruch). Dennoch gibt es letztlich keine Alternative zu einem sparsamen Umgang mit Ressourcen. Dieser ist gleich in zweierlei Hinsicht Vorsorgepolitik.
Zum einen bedeutet Ressourcenpolitik, den Abbau und den Einsatz von Rohstoffen so zu steuern, dass diese auch künftigen Generationen noch in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen. Vor allem der Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen sollte auf ein erforderliches Mindestmaß beschränkt werden.
Zum anderen bedeutet Ressourcenpolitik, die Gewinnung, Nutzung und Entsorgung von Stoffen so umweltverträglich wie möglich durchzuführen, damit Umweltprobleme überhaupt nicht entstehen können. Jeder Stoff, der nicht aus der Natur für Produktions- und Konsumzwecke gewonnen wird, führt letztlich auch nicht zu einer Belastung von Luft, Wasser und Boden. Beispielhaft umgesetzt ist dieses Prinzip im Naturschutzgesetz. Mit der Landschaftsplanung wird dem Vorsorgeprinzip Rechnung getragen und die Grundlage für eine möglichst ökologisch orientierte Flächennutzung auf kommunaler und regionaler Ebene geschaffen. Die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung dagegen nimmt das Verursacherprinzip auf und versucht, die mit einem Eingriff in Natur und Landschaft verbundenen Beeinträchtigungen zu vermeiden oder unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen zu kompensieren.
Wie effizient Ressourcen verwendet werden, ist jedoch nicht nur eine Frage des Umweltschutzes, sondern hat auch eine wirtschaftliche Dimension. Denn die Übernutzung nachwachsender und der Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen tragen zur Verknappung von Rohstoffen bei. Nach Schätzungen sind bislang mehr als ein Drittel der heute weltweit bekannten nicht erneuerbaren Ressourcen (einschließlich Energieträger) verbraucht.
- Ressourceneffiziente Produktionsweisen bieten die Chance, die Wertschöpfung und damit auch die Beschäftigung vor Ort zu erhöhen.
- Produkte, die weniger Energie und Rohstoffe verbrauchen, sind international konkurrenzfähiger.
- Die Entwicklung und Herstellung ressourceneffizienter Technologien öffnet Exportchancen.
- Eine hohe Ressourceneffizienz in der Wirtschaft und die Nutzung regional vorhandener erneuerbarer Rohstoffe und Energieträger verringert die Abhängigkeit von Importen. Bei langfristig steigenden Preisen für Energie und Rohstoffe sichert dies die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft.
Der sparsame Umgang mit natürlichen Ressourcen ist somit nicht nur ein zentraler Aspekt des Umweltschutzes, sondern eine zunehmend wichtige Voraussetzung für eine zukunftsfähige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Landes.
weiter: Ressourcenpolitik in Baden-Württemberg