Strom
FRAGEN ZUM THEMA STROM
- Soll man in der 5-min-Pause das Deckenlicht ausschalten, oder wird durch das erneute Anschalten noch mehr Energie verbraucht als bei Dauerbetrieb?
Ja, es lohnt sich auch für 5 Minuten das Licht auszuschalten!
Begründung:
Zum einen wird relativ viel Strom eingespart, da die Beleuchtung in der Schule einen hohen Anteil am Stromverbrauch hat; zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass derart sensibilisierte Nutzer auch bei anderen Gelegenheiten wie z.B. beim Schulschluss oder auch zu Hause auf das Ausschalten der Beleuchtung achten.
Tipp:
Bei selten gebrauchten Leuchten, die einen separaten Schalter besitzen, sollte dieser mit einem roten Punkt versehen werden, um daran zu erinnern, dass er möglichst nicht benutzt werden soll.
Schild an der Türe: "Licht aus!"
- Wird im Moment des Einschaltens der Beleuchtung nicht mehr Strom verbraucht als in 5 Minuten eingespart wird?
Nein, der Mehrverbrauch, der beim Einschalten der Beleuchtung anfällt, ist deutlich geringer als der Stromverbrauch während der 5 Minuten Brenndauer in der Pause.
Begründung:
Beim Einschalten der Beleuchtung fließt ein höherer Strom als beim normalen Betrieb. Bei Glühbirnen ist das völlig vernachlässigbar, bei Leuchtstofflampen, wie es sie üblicherweise in Klassenräumen gibt, ist dieser "Zündstrom" etwas höher. Trotzdem wird hier nicht mehr Strom verbraucht als bei wenigen Sekunden normalem Betrieb.
Tipp:
Glühlampen, Leuchtstofflampen und auch die Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen) sollte man immer ausschalten, wenn man sie gerade nicht braucht. Nur dauerndes "Spielen" am Lichtschalter ist zu vermeiden.
- Gehen die Lampen durch das häufigere Einschalten nicht viel eher kaputt?
Das kommt auf die Art der Beleuchtung an: Bei Glühlampen ist es egal, bei Kompaktleuchtstofflampen ist es vernachlässigbar, bei Leuchtstofflampen hängt es vom Alter der Beleuchtung ab.
Begründung:
- Glühlampen: Die Lebensdauer hängt nicht von der Schalthäufigkeit ab.
- Leuchtstofflampen: Hier muss man differenzieren. Leuchtstofflampen werden mit sogenannten Vorschaltgeräten betrieben, die das Leuchtmittel in der Röhre mit Hochspannung versorgen. Moderne elektronische Vorschaltgeräte schaden der Leuchtstofflampe durch häufiges Ein- und Ausschalten nur sehr wenig. Alte konventionelle Vorschaltgeräte hingegen führen beim Ein- und Ausschalten zu einer geringeren Lebensdauer der Leuchtstoffröhre. Betrachtet man das Gesamtsystem inklusive des Energieaufwands zur Herstellung neuer Leuchtstoffröhren, lohnt sich trotzdem das Ausschalten auch für kurze Pausen.
- Kompaktleuchtstofflampen: Die heute erhältlichen "Energiesparlampen" besitzen elektronische Vorschaltgeräte, die die Leuchtmittel beim Schalten schonen, auch wenn man sie häufig für 1 Minute an- oder ausschaltet.
Tipp:
Folgende Beispielrechnung aushängen:
Werden bei einer Klassenraumbeleuchtung (Leuchtstofflampen mit alten also konventionellen Vorschaltgeräten) in allen Pausen die Lichter ausgeschaltet, verringern sich die Gesamtkosten (Strom und Neuanschaffung defekter Leuchtstofflampen) um ca. 10%, obwohl die Lebensdauer der Lampen im Mittel von 12.000 Stunden auf 6.000 Stunden sinkt. Die Stromeinsparung überkompensiert den größeren Verschleiß.
- Sollte man also differenzieren, welche Lampen man in der 5-min-Pause ausschaltet und welche nicht?
Nein, man sollte grundsätzlich die Beleuchtung auch für 5 Minuten ausschalten, wenn man sie nicht braucht.
Begründung:
Nur bei der ältesten Beleuchtung (Leuchtstofflampen mit konventionellen Vorschaltgeräten) wirkt sich die Schalthäufigkeit nennenswert auf die Lebensdauer der Beleuchtung aus. Da es trotzdem Energie spart, auch diese Lampen in der Pause auszuschalten und es in absehbarer Zeit solche Leuchten nicht mehr geben wird, sollten die Schülerinnen und Schüler nicht "lernen", dass man das Licht in Pausen brennen lässt.
Tipp:
Bei selten gebrauchten Leuchten, die einen separaten Schalter besitzen, sollte dieser mit einem roten Punkt versehen werden, um daran zu erinnern, dass er möglichst nicht benutzt werden soll.
Schild an der Tür: "Licht aus!"
- Wie passe ich die Helligkeit der Beleuchtung an die Tageslichtverhältnisse an?
An den Fensterplätzen benötigt man häufig keine Zusatzbeleuchtung, deshalb reicht es oft, wenn nur die Wandseite künstlich beleuchtet wird.
Tipp:
Einen roten Punkt an den Lichtschalter anbringen, der seltener bedient werden sollte. Prüfen, ob man evtl. Leuchtstoffröhren aus der Deckenbeleuchtung entfernen kann.
Wichtig ist auch der pädagogische Effekt. Die Schüler sollen lernen, dass immer die oder der Letzte das Licht beim Verlassen des Raumes ausmacht.
- Was verbraucht denn die Beleuchtung eines normalen Klassenraumes?
Sie verbraucht etwa 750 Wattstunden (bei 15 Leuchtstoffröhren), d.h. pro Schulstunde kostet die Beleuchtung etwa 15 ct. In dieser Zeit werden zur Erzeugung des Stroms etwa drei Viertel Kilogramm CO2 freigesetzt. Eine kWh kostet etwa 20 ct. Bei 25 Klassenzimmern kostet die Beleuchtung schon knapp 4 Euro pro Schulstunde, was einer Freisetzung von ca. 19 kg CO2 entspricht.
Das ist etwa die Menge CO2, die ein Baum (Fichte) in einem Jahr wieder binden kann!
Tipp:
Diese Rechnung an das schwarze Brett oder die „Energietafel" hängen, um die Problematik des CO2-Ausstoßes und damit des Treibhauseffektes zu verdeutlichen.
- Was versteht man unter "stand-by" bei Elektrogeräten?
Stand-by ist die Bereitschaftsschaltung, eine Art "Schein-Aus" oder Ruhezustand. Die Geräte sind nicht wirklich aus, sondern "schlafen" nur; meist, um sie bequemer wieder aktivieren zu können (z.B. mit der Fernbedienung). Im Stand-by-Modus verbrauchen die Geräte Strom.
Hintergrund:
Manche Geräte (z.B. solche, die mit einer Fernbedienung ausgerüstet sind) brauchen Strom, um in Empfangsbereitschaft zu bleiben. Aber auch andere Geräte lassen sich durch das Betätigen des Schalters an der Frontseite nicht vollständig abschalten. Sie fallen lediglich in den Ruhemodus (stand-by), in dem aber noch Strom verbraucht wird. „Echte“ Netzschalter befinden sich teilweise an der Rückseite des Gerätes oder sind gar nicht vorhanden. Ob ein Gerät wirklich aus ist oder nur im "stand-by"-Modus, erkennt man oft (aber leider nicht immer) daran, dass noch ein kleines Licht (meistens rot) leuchtet.
Tipp:
Bei längeren Pausen sollten elektrische Geräte (z.B. Fernsehgeräte, Videorekorder, PC, Drucker) immer ganz ausgeschaltet werden. Die Bereitschaftsschaltung (Stand-by) erhöht nicht nur die Gefahr eines Gerätebrandes sondern verbraucht auch unnötig Energie. Der alleinige Stand-By-Verbrauch in Deutschland benötigt die Strommenge zweier Großkraftwerke mit jeweils rund 1000 Megawatt Leistung und einem damit resultierenden CO2-Ausstoß von rund 10 Millionen Tonnen.
Verwenden Sie Steckerleisten mit Schalter. Damit können Sie bequem mehrere Geräte auf einmal vom Stromnetz trennen. Achten Sie beim Kauf neuer Geräte auf einen energiesparenden Stand-by-Modus bzw. einen gut zugänglichen Netzschalter.
Um ganz sicher zu gehen, ob ein Gerät ausgeschaltet ist, kann man mit einem Energiemessgerät den tatsächlichen Stromverbrauch überprüfen. Solche Messgeräte halten viele Stadtwerke- oder Energieberaterbüros für ihre Kunden leihweise bereit. Sie sind aber auch in Elektronikmärkten zu erhalten und kosten zwischen 20 und 50 Euro. Werden die Stromfresser dadurch entlarvt, ist dies eine lohnenswerte Investition, denn: jedes Watt Dauerleistung kostet den Verbraucher rund 1,30 Euro im Jahr.
- Mit welchen Möglichkeiten lässt sich der Stand-by-Verbrauch sinnvoll reduzieren?
Mit einer Steckerleiste mit Schalter. Damit können Sie bequem mehrere Geräte auf einmal komplett vom Stromnetz trennen.
Achten Sie beim Kauf neuer Geräte auf einen energiesparenden Stand-by-Modus bzw. einen gut zugänglichen Netzschalter.