Ergebnisse des Projekts

    

Ergebnisse des Projekts


Trotz gewisser Unsicherheiten können für Baden-Württemberg folgende Entwicklungstendenzen festgestellt werden:


Veränderungen des Klimas in der Zukunft

  • Es wird ein moderater bis mittlerer Temperaturanstieg um durchschnittlich 1,2 °C erwartet.
  • Dem Zuwachs an Sommertagen steht eine Abnahme der Frosttage im Winter gegenüber.
  • Die Niederschläge (und die Tage mit Starkniederschlägen) nehmen vor allem im Norden und Westen Baden-Württembergs zu.
  • Auf der Ostseite des Schwarzwaldes ist im Lee, also auf der windabgewandten Seite, mit einer Abnahme des Niederschlags bis hin zur östlichen Landesgrenze zu rechnen.
  • Während die Niederschläge im Sommer eher abnehmen, ist mit einem Niederschlagszuwachs im Winter zu rechnen.


Auswirkungen auf die Gesundheit

  • Vor allem ältere Personen über 75 Jahre leiden durch den Anstieg der Tage mit hoher Wärmebelastung. Es ist landesweit mit jährlich 180 bis 400 zusätzlichen hitzebedingten Todesfällen zu rechnen.
  • Es gibt weniger Kältstress durch extrem kalte Tage. Dies gleicht jedoch die zunehmende Belastung durch Hitze nicht aus.


Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wein- und Obstbau

  • Im Westen und Norden Baden-Württembergs sind durch den Temperaturanstieg günstigere klimatische Bedingungen für den Maisanbau zu erwarten.
  • Beim Weizenanbau sind durch Trockenstress leichte Ertragseinbußen möglich, die aber durch eine verkürzte Kornfüllungsphase ausgeglichen werden können.
  • Wärmeres und feuchteres Klima in der Bodenseeregion kann zu einem höheren Schädlingsbefall führen, insbesondere durch Schadinsekten wie den Apfelwickler oder die Pilzkrankheit Apfelschorf.
  • Für den Weinbau ist die Klimaerwärmung eher positiv. In der Region Württemberg können die günstigeren klimatischen Bedingungen einen zunehmenden Anbau anspruchsvoller und wertvoller Weinsorten zulassen.


Auswirkungen auf die Forstwirtschaft

  • Für die Forstwirtschaft wird in Baden-Württemberg ein leicht positiver Trend erwartet, da sich durch die Klimaerwärmung das Wachstum des Baumbestandes und damit die Produktivität erhöht.
  • Für Baumarten wie Kiefer, Buche und Fichte nimmt das Risiko für Trockenstress leicht ab.
  • Allerdings steigt im trockeneren Südosten des Landes und im Lee des Schwarzwaldes die Waldbrandgefahr, während sie im Westen und Norden leicht zurückgeht.


Auswirkungen auf den Tourismus

  • Im Bodensee-Raum ist mit günstigeren klimatische Bedingungen für den Badetourismus zu rechnen (höhere Maximaltemperatur, geringerer Bewölkungsgrad und längere tägliche Sonnenscheindauer).
  • Im südlichen Schwarzwald treten öfter wärmere und trockenere Tage auf, die sich günstig auf den dortigen Wandertourismus auswirken.
  • Im Gegensatz zum Wintertourismus wird für den Sommertourismus eine positive klimatische Entwicklung prognostiziert.


Auswirkungen auf Naturschutz und Vogelzug

  • Die Vogelgemeinschaften werden sich aufgrund der Klimaerwärmung deutlich verändern.
  • Viele Zugvogelarten verschieben ihre Überwinterungsquartiere nach Norden.
  • Der Vogelzug im Spätsommer verzögert sich und die Vögel kehren früher nach Baden-Württemberg zurück.
  • Gleichzeitig wandern auch weiter südlich verbreitete Vogelarten in die Bodensee-Region ein.


Auswirkungen auf Ereignisse mit großem Schadenspotenzial

Durch die Klimaerwärmung nimmt die Gefahr der Extremereignisse wie Stürme, Hagel und Hochwasser zu, die zu hohen (Versichungs-) Schäden führen können:

  • Die jährliche Anzahl der Gewitterereignisse und der Hageltage wird zunehmen.
  • Die Anzahl der schweren Winterstürme und der Hochwasserereignisse wird steigen. Dies wird vor allem verursacht durch eine zunehmende Andauer der Wetterlage „Westlage zyklonal“ im Winter. Dabei bringen Westwinde von den atlantischen Tiefdruckgebieten (Zyklonen) große Mengen Regen nach Mitteleuropa und werden von schwach ausgeprägten Kältehochs (Antizyklonen) über Osteuropa nur wenig blockiert.



 
 

Baden-Württemberg: