Von der Umweltbildung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung
„Nachhaltige Entwicklung“ beschreibt ein umfassendes gesellschaftliches Modernisierungskonzept, das auf langfristige Sicherung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen auf der Erde abzielt. Es verbindet weitsichtiges, intelligentes Wirtschaften mit einer schonenden Nutzung und dem Schutz von Umwelt und Natur sowie den ethischen Ansprüchen von sozialer Gerechtigkeit und individuellem Wohlergehen heute und in Zukunft.
Bildung und Erziehung für eine nachhaltige Entwicklung erfordern eine Erweiterung der herkömmlichen Umweltbildung, die sich nicht nur auf Inhalte erstreckt. Es geht um ein verändertes Verständnis der Organisation von Lehr- und Lernprozessen: neue didaktische, methodische und organisatorische Ansätze und – bei einem so komplexen Thema – konkrete und überschaubare Handlungsfelder. Erste Erfahrungen hierzu konnten mit der Projektstudie „Von der Umwelterziehung zur Bildung und Erziehung für eine nachhaltige Entwicklung“ und der Erprobung in fünf Modellschulen des Landes gesammelt werden (vgl. LEU 2002).
Was die inhaltlichen Schwerpunkte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung anbelangt, so ergibt sich aus der Agenda 21 eine lange Liste relevanter Themen: Der Schutz der Wasserressourcen, der Erdatmosphäre und der Biodiversität, aber auch die Armutsbekämpfung und Fragen des Konsums und Lebensstils zählen dazu.