Lernen fällt schwerer

 

Lernen fällt schwerer


Bei hohem Lärmpegel in der Schule sinkt die Konzentrationsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern, das Lernen fällt schwerer und die Leistungen werden schlechter. Lernen unter Lärmeinfluss erhöht signifikant die Fehlerhäufigkeit, wie durch Tests nachgewiesen wurde.

Die nachteilige Wirkung von Lärm entsteht vor allem durch die abgelenkte Aufmerksamkeit. Untersuchungen ergaben, dass Kinder, deren Schule an einer Bahnstrecke oder in der Einflugschneise eines Flughafens liegt, schlechter lesen und Aufgaben langsamer lösen konnten. Verständnisaufgaben wurden sogar häufiger abgebrochen. Die Erinnerungsleistung des Langzeitgedächtnisses war bei den lärmbelasteten Kindern schlechter und die Reaktionszeit länger als bei Kindern aus einer Kontrollgruppe.

Dabei gibt es gesetzlich festgelegte Grenzwerte, die vorschreiben, wie laut es in der Umgebung von Schulen sein darf. Maximal 57 dB(A) durch den Straßenverkehr schreibt der Gesetzgeber vor. Dies muss aber nur beim Neubau oder bei einer wesentlichen Änderung von Straßen und Schienenwegen berücksichtigt werden.

Doch nicht nur durch die Lärmeinwirkung von außen werden Schülerinnen und Schüler abgelenkt. Auch sie selbst erzeugen Lärm. Schon das Tuscheln während des Unterricht lenkt nicht nur die Schüler selbst ab, sondern stört auch die Mitschüler. Das sprachliche Kurzzeitgedächtnis kann schon a b 45 dB(A) gestört werden. Dieser Wert wird bereits durch Gespräche mit dem Banknachbarn erreicht.

Wer schlechter hört, lernt schlechter

Wer sehr gut hört, hat meist keine Probleme, die Lehrerstimme auch aus vielen Hintergrundgeräuschen herauszuhören. Schon geringe Hörschäden erschweren dies jedoch oder machen es unmöglich. In der ersten Reihe kann ein schlecht hörender Schüler das Hördefizit vielleicht noch kompensieren; je weiter entfernt er aber von der Lehrerstimme ist, desto schwerer fällt es ihm. Um unter den Mitschülern nicht aufzufallen, verkneift er sich das Nachfragen. Die Folge: Die schulischen Leistungen des Schülers gehen zurück; das Selbstvertrauen ist geschwächt. Und durch das angestrengt konzentrierte Zuhören wird Stress stärker empfunden:
Ein schwerhöriger Schüler stößt eher an seine Leistungsgrenzen als ein
normal hörender Schüler.


 
 

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