Erhöhte Werte der Industriechemikalie PFT in Klärschlamm von 26 kommunalen Kläranlagen festgestellt

   zum Landesportal   English  

Erhöhte Werte der Industriechemikalie PFT in Klärschlamm von 26 kommunalen Kläranlagen festgestellt

Sofortiger Stopp der Aufbringung belasteten Klärschlamms auf Böden angeordnet

Baden-Württemberg03.07.2007Im Klärschlamm von 26 Kläranlagen des Landes wurden erhöhte Werte der als gesundheitsschädlich und krebserregend eingestuften perfluorierten Tensiden (PFT) festgestellt. Dies gab heute Umweltministerin Tanja Gönner in Stuttgart bekannt. Die PFT-Werte lagen in den betroffenen Anlagen bei über 100 Mikrogramm pro Kilogramm getrockneten Klärschlamms; der Höchstwert habe bei 5.136 Mikrogramm gelegen. Es flossen Messergebnisse von 80 kommunalen Kläranlagen ein, die auch Abwasser von Industriebetrieben reinigen, die in ihrem Produktionsprozessen PFT behandeln. Bei acht der Anlagen, bei denen erhöhte PFT-Werte festgestellt wurden, habe eine Bodenverwertung des Klärschlamms im Landschaftsbau oder in der Landwirtschaft stattgefunden, erläuterte Gönner. Die örtlichen Behörden hätten bereits am vergangenen Freitag nach Bestätigung der Messergebnissen aus Gründen der Umwelt- und Gesundheitsvorsorge eine weitere Aufbringung des Klärschlamms unmittelbar untersagt. Nach derzeit vorliegenden Erkenntnissen bestehe keine unmittelbare Gefahr für Umwelt und Gesundheit der Menschen. Im Grundwasser seien bisher noch keine erhöhten Werte gefunden worden. Damit könne davon ausgegangen werden, dass die Chemikalie noch nicht in größerem Umfang ausgewaschen worden sei. Bei den Untersuchungsdaten handelt es sich um die ersten Zwischenergebnisse eines Anfang des Jahres von Umweltministerium und LUBW - Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg gestarteten Untersuchungsprogramms zur Ermittlung des Vorkommens der Industriechemikalie PFT in der Umwelt. Ausgelöst wurde das Programm durch erhöhte PFT-Funde im vergangenen Jahr in Gewässern Nordrhein-Westfalens. Perfluorierte Tenside (PFOS und PFOA) werden wegen ihrer schmutz-, farb-, fett-, öl- und wasserabweisenden Eigenschaften in zahlreichen Industrie- und Konsumprodukten verwendet.


Quelle: Umweltministerium

 
Zurück zu Pressemitteilungen


 
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft
Seitenanfang Seite drucken

Baden-Württemberg: