Gerold Weber Solartechnik GmbH, Achern-Mösbach

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg  

Gerold Weber Solartechnik GmbH, Achern-Mösbach

Preisträger Handwerk 2006

Firmierung
Gerold Weber Solartechnik GmbH

Anschrift
Gerberstraße 11
77855 Achern-Mösbach
Telefon (0 78 41) 60 14 9 - 0
Telefax (0 78 41) 60 14 9 - 48
E-Mail info@GeroldWeberSolartechnik.de
Internet http://www.GeroldWeberSolartechnik.de


Gründungsjahr1996
Mitarbeiterzahl24
BrancheHeizung / Solar (ausschließlich regenerative Energietechnik)
StandorteAchern-Mösbach



Gerold-Weber_1.jpgGerold Weber Solartechnik ist ein Heizungs- und Solarfachbetrieb aus der Ortenau, der nicht nur konsequent Solarwärme, Solarstrom, Holzheizungen und Blockheizkraftwerke anbietet, sondern auch aktiv am gesellschaftlichen Leben in der Region teilnimmt. Das Unternehmen setzt dabei immer wieder neue Impulse – für das kulturelle und soziale Leben und vor allen Dingen für den Umwelt- und Klimaschutz, den jeder einzelne leisten kann: Open-Air-Kino und Kabarett, der Ökologie-Lehrpfad auf dem Firmengelände und ein Solar-Frühstück für Frauen sind hier nur einige Beispiele.

1996 hat der heute 42-jährige Gerold Weber das Unternehmen als Ein-Mann-Betrieb gegründet. Bis heute ist daraus ein Fachbetrieb geworden, der sich auf regenerative Energietechnik spezialisiert hat und mit dem eigenen Unternehmen vorlebt, wie Umweltschutz in Theorie und Praxis aussehen kann. Auch wenn die Öffentlichkeitsarbeit für die Umwelt dem Weber-Team ein Anliegen ist, steht doch immer der Kunde im Mittelpunkt. Er oder sie soll die für ihn ideale, maßgeschneiderte Anlage bekommen, sei es im Alt- oder Neubau, basierend auf Sonne, Holz oder Kraft-Wärme-Kopplung, sei es eine komplette Anlage oder ein neuer Heizkessel.


Leistungen im Umweltschutz:

Das ökologische Handeln bei Gerold Weber beginnt damit, dass die angebotene Energietechnik auch selbst genutzt und teilweise mitenwickelt wird. Auf dem Hof steht eine nachgeführte Solarstromanlage mit einer Spitzenleistung von 1,8 Kilowattpeak (kWp). An einem guten Tag produziert das Sonnensegel 12 kWh Klima schonenden Strom. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt die Wärme für die Büros. Durch seine Kraft-Wärme-Koppelung setzt das Mini-Kraftwerk die Energie besonders effizient ein. Der Strom, der bei der Wärmeerzeugung anfällt, wird in das Netz eingespeist. Während herkömmliche BHKWs noch mit Gas oder Öl betrieben werden, ist bei Gerold Weber bereits ein Pflanzenöl-BHKW in Betrieb. Das Unternehmen hat dabei die Pioniertätigkeit eines Herstellers unterstützt, indem es eines der „Nullserien“-Modelle installiert und erprobt hat. Der Firmeninhaber und mehrere Mitarbeiter besitzen eigene Solarstromanlagen. Außerdem betreiben sie eine Wasserkraftanlage im Schwarzwald und sind an Windkraftanlagen beteiligt.

Generell groß geschrieben wird die Kooperation. Das betrifft nicht nur die Regenerative Energien Mittelbaden (R.E.M.) und Unternehmensgrün, bei denen Gerold Weber aktiv mitarbeitet, sondern auch den Verband der Solar-Partner e.V. Gerold Weber Solartechnik ist einer der Gründungsmitglieder des Netzwerkes aus fünf Firmen in Bayern und Baden-Württemberg (bis 2005 Verband der Solar-Einkaufsgemeinschaften e.V.). Seit Mitte der 1990er Jahre arbeiten diese im Einkauf und im Marketing, bei Schulungen und technischer Weiterentwicklung zusammen. Über 150 feste Mitarbeiter und freie Solarberater sowie zahlreiche Partnerbetriebe arbeiten unter dem Dach der Solar-Partner. Ihr Ziel: eine hundertprozentige Versorgung durch erneuerbare Energien.

Besonders hervorzuheben ist die ökologische Gestaltung des Firmengebäudes und des umliegenden Geländes. Dachwurz, Fledermäuse und Zauneidechsen sind gern gesehene Gäste bei Gerold Weber. Dazu tragen ein 600 m² großes Gründach, eine Trockenmauer und die Bepflanzung der Außenanlage mit heimischen Pflanzen und Gräsern bei. Auf dem ganzen Gelände befinden sich Nistkästen, Nester und Bruthilfen für Vögel und Fledermäuse. Die Parkplatzfläche wurde entsiegelt und zur Regenwassernutzung eine Zisterne mit 11.800 Litern installiert. Auch die Büroausstattung orientiert sich an ökologischen Grundsätzen: Tischplatten und Papierkörbe sind aus massivem Holz aus heimischen Wäldern. Die Mitarbeiter benutzen recyceltes Briefpapier und biologisch abbaubare Reinigungsmittel. Das Obst für Mittagessen und Pausen stammt aus ökologischem Anbau, der Apfelsaft kommt von der eigenen Streuobstwiese. Mülltrennung versteht sich von selbst. Und auch bei den elektrischen Geräten wird umsichtig gehandelt, angefangen von energiesparenden Lampen bis zu Flachbildschirmen mit niedrigem Energieverbrauch.

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Zur Firmenflotte gehören drei Drei-Liter-Autos und drei weitere PKW, die allesamt mit Biodiesel betrieben werden. Hinzu kommen zwei Hybridfahrzeuge mit kombiniertem Benzin- und Elektromotor. Mehrere Montage-Wagen fahren mit Rapsöl. Der Weg zu Tankstelle bleibt dabei kurz, denn das Unternehmen verfügt über eine firmeneigene Pflanzenöl-Tankstelle.

Um Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen den Umweltschutz und eine regenerative Energietechnik näher zu bringen, lässt sich das Team immer wieder etwas Neues einfallen. 2005 ist beispielsweise ein Ökologie-Lehrpfad dazu gekommen. Gruppen aus Schulen, Firmen und Vereinen können an rund 15 Stationen im Haus und auf dem Gelände das ökologische Gesamtkonzept näher kennen lernen. Das Unternehmen beteiligt sich am regionalen Sommerferienprogramm für Kinder („Solares Basteln“) und organisiert regelmäßig Fachvorträge oder kulturelle Veranstaltungen wie Kabarett, Kino und Konzerte im eigenen Haus. Über Tausend Gäste nutzten schon die Gelegenheit, beim jährlichen Tag der offenen Tür vorbeizuschauen. „Auftanken“ können die Besucher dabei an einem großen Regal mit Produkten aus fairem Handel. Hier gibt es Schokolade, Kaffee und vieles mehr aus ökologischem Anbau. Das Regal war ein Projekt des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ), das Gerold Weber seit 2003 jungen Menschen anbietet. Im Jahr davor wurde im Rahmen des FÖJ eine Sammelstelle für alte CDs aufgebaut. Diese hat sich schnell in der Region etabliert. Privatpersonen, Firmen und Vereine geben ihre CDs hier ab, um sie einem stofflichen Recycling zuzuführen.

Gewissermaßen als „i-Tüpfelchen“ fungiert das „100 Prozent-Solarhaus“ in Kappelrodeck, für das die Firma das Nullheizenergiekonzept entwickelt hat. Auch hier ist Gerold Weber Solartechnik Vorreiter. Vor kurzem wurde eine europäische Solarthermie-Plattform (ESTTP) ins Leben gerufen, die das zu 100 Prozent solar beheizte Haus bis 2030 als Baustandard etablieren will. In der Ortenau ist es schon Realität.

Stand: 12/2006

 
 
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