Etappe 4: Vom Ebro-Stausee nach Cordoba

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Etappe 4: Vom Ebro-Stausee nach Cordoba

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Zusammen mit den verbliebenen elf Störchen des Trupps segelt Lena am 31. Augustweiter in Richtung Süden. Sie orientieren sich wieder am Verlauf der Mittelmeerküste. Westlich unter ihnen liegt das Iberische Randgebirge, östlich verläuft ein flacher Küstenstreifen, der hauptsächlich mit Orangen- und Zitronenplantagen bestanden ist. Gelegentlich türmen sich graue Hochhäuser an der Küste auf: Bettenburgen für Urlauber.
Um die Küstenstadt Valencia zeigt sich die Umgebung in einem satten Grün. Fruchtbares Land, das die Spanier "La Huerta", den "Gemüsegarten", nennen, wird zum Gemüse- und Reisanbau genutzt und lässt bis zu vier Ernten im Jahr zu. Hier wendet sich der Trupp nun endgültig von der Küste ab und fliegt landeinwärts über die Ebene von Albacete, wo sie in einer monotonen, von der Landwirtschaft geprägten Landschaft rasten und nächtigen.
Am nächsten Morgen segeln die zwölf Störche weiter südwestwerts über Andalusien. Unter ihnen schlängelt sich der Guadalquivir-Fluss durch Olivenplantagen, abgeerntete Sonnenblumenfelder und vereinzelte Steineichenwäldchen. In der Nähe der Stadt Cordoba gleiten sie zu Boden. Zwar würde der Guadalquivir mit seinen sumpfigen Ufern genug Nahrung bieten, doch die Störche haben eine attraktivere Nahrungsquelle entdeckt: eine offene Mülldeponie.

Mülldeponie bei Cordoba
Mülldeponien sind mittlerweile Hauptsammelplätze für Weißstörche auf ihrem Zug geworden. Gerade in Spanien kann man oft bis zu Tausend Störche beobachten, wie sie im Müll nach Essensresten und Ungeziefer stöbern. Auch überwintern Störche gerne in der Nähe größerer Deponien. Als Kulturfolger nutzten Störche schon immer die Vorteile, welche die menschlichen Einflüsse auf die Natur für sie mit sich brachten und waren in der Lage, sich ohne große Scheu anzupassen. So finden sie nun auch in den Abfällen, die wir Menschen entsorgen, eine neue Nahrungsquelle. Auch wenn das Bild, im Müll wühlender Störche nicht gerade malerisch anmutet, so sind diese "neuen" Nahrungsplätze derzeit von einer nicht zu unterschätzenden Bedeutung. Langfristig dürfen wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen, die natürlichen Rastplätze unserer Zugvögel zu erhalten und zu renaturieren.

Lena auf der Mülldeponie
Ein nahezu unerträglicher Gestank liegt über der Mülldeponie und die unbewegte Luft flimmert in der sengenden Hitze. Ständig kreisen Störche mit weit ausgestreckten Flügeln über dem Platz. Zwischen den Abfällen, die hierher aus Cordoba und den kleinen Dörfern der Umgebung gelangen, tummeln sich mehrere Hundert Weißstörche neben mindestens genauso vielen Rabenvögeln. Auch Lena stochert zwischen blauen Plastikbeuteln, die vor einigen Minuten ein Müllauto abgeladen hat. In den unsortierten Abfällen findet sie mehr, als sie zum Sattwerden braucht. Vor allem gibt es reichlich Aas, das für sie bequem zu „erbeuten“ ist, da es ja nicht wegläuft.
Lena wird die nächsten zwei Tage noch auf der Mülldeponie verbringen, bevor sie weiter nach Süden zieht.

 

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