Etappe 3: Von der Camargue zum Ebro-Stausee

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Etappe 3: Von der Camargue zum Ebro-Stausee

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Lena fliegt alleine weiter. Sie folgt dem Verlauf der Küste, fliegt aber etwa 50 Kilometer im Landesinnern und hält Kurs auf Montpellier. Nach knapp 150 Kilometern Flug übernachtet sie auf einem Dach in der Stadt Béziers. Am nächsten Tag fliegt Lena nach Süden, den Pyrenäen entgegen. Auf der Höhe der katalonischen Hauptstadt Perpignan sieht sie vor strahlend blauem Himmel den schneebedeckten Gipfel des 2785 Meter hohen Pic du Canigou vor sich. Sie möchte das Gebirge östlich an der Küste umfliegen, allerdings macht ihr der Wind, der vom Meer ins Landesinnere weht, zu schaffen. Sie fliegt in Küstennähe, wird aber bald weit ins Landsinnere abgedriftet. Schließlich landet Lena in 2000 Meter Höhe am Hang des Pic du Canigous auf einem windgeschütztem Felsvorsprung. Hier, bei einer Temperatur von ungefähr 10° C verweilt sie, bis der Wind sich gelegt hat. Erst am frühen Nachmittag des nächsten Tages legt sich der Wind und sie zieht sie weiter und befindet sich nun über Spanien.
Nachdem sie die Pyrenäen im kräftezehrenden Ruderflug hinter sich gelassen hat, wendet sie sich von der Küste ab und segelt über den Ausläufern der Pyrenäen über der katalonischen Landschaft bis sie nahe dem Ebro-Stausee landet.

Bei Mequinenza, Katalonien
Durch das Gebiet beim Ebro-Stausee nahe der Stadt Mequinenza zieht sich eine Doppelreihe von Hochspannungsmasten, die für Vögel eine große Gefahr darstellen. Zum einen werden die Leitungen von den Vögeln auf ihrem Flug nicht rechtzeitig erkannt und viele Vögel bleiben an ihnen hängen und kommen so zu Tode. Zum andern werden Hochspannungsmasten gerne als Schlafplatz genutzt. Vögel, die dabei gleichzeitig die Leitungen und den Masten berühren, sterben durch Stromschläge. Ebenso kann es bei hoher Luftfeuchtigkeit vorkommen, dass – auch wenn die Vögel keinen unmittelbaren Kontakt mit Leitungen haben – Kriechströme entstehen und die Vögel ebenso durch einen Stromschlag zu Tode kommen. Dies geschieht besonders häufig im Winter bei Störchen, die sich dann auf ihrem Rückflug befinden .

Nicht nur in Katalonien sind Störche den tödlichen Gefahren der Hochspannungsmasten und -leitungen ausgesetzt. In fast allen Ländern, die sie auf ihrem Zug bereisen, sind Stromleitungen zu einer großen Bedrohung für die Weißstörche geworden.

Lena am Ebro-Stausee
Lena landet nahe dem Ebro-Stausee, der weniger durch seine landschaftlichen Reize Bekanntheit erlangt hat, als durch seine großen Welse und Karpfen. Dort trifft sie auf einen Storchentrupp, bestehend aus 12 Tieren. Als sich diese bei Anbruch der Dämmerung zum Schlafen auf einen der vielen Hochspannungsmasten begeben, schließt Lena sich ihnen an. Sie lässt sich ganz oben auf dem Masten nieder, ein anderer Storch jedoch landet auf der Leitung. Dabei berührt sein rechter Flügel eine Strebe des Masten und mehrere Tausend Volt jagen durch seinen Körper. Wie ein Stein fällt er zu Boden. Die anderen Tiere flattern aufgeschreckt auf und fliegen bis zum nächsten Masten. Die unsichtbare Gefahr hat sie nervös gemacht, doch sie können die Zusammenhänge nicht ahnen, die für sie diese tödliche Bedrohung darstellt.

 
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