Hochwasserschutz beginnt in Kindergarten und Schule

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Hochwasserschutz beginnt in Kindergarten und Schule

Mehr als 50.000 km Gewässer durchziehen Baden-Württemberg mit einem dichten Netzwerk, nur ein Fünftel ist naturnah. Zur Renaturierung der Fließgewässer ist ein neues Bewusstsein in der gesamten Bevölkerung um die Schutzbedürftigkeit des Naturgutes und des Lebensraumes Wasser nötig.

Im Akademie-Projekt "Mensch und Gewässer" dreht sich alles um die Gewässer vor unserer Haustür, zu denen die meisten Menschen ihren Bezug verloren haben. Hier setzen wir in der Sensibilisierung der Kleinsten – der Schul- und Kindergartenkinder – an. Dazu dienen die sogenannten Bachtage als Impulsgeber für Erzieherinnen, um künftig selbst Bachaktionen mit den Kindern durchführen zu können. Mit Spiel und Spaß erfreuen sie sich großer Beliebtheit.

Weil Kinder heute nicht einmal mehr die Namen der Quellen, Bäche und Flüsse kennen, muss Hochwasserschutz letztlich im Kindergarten beginnen. Dies ist die Grundbotschaft eines Modellprojekts, das den Schutz der Fließgewässer ganz ohne erhobenen Zeigefinger im Kindergarten eingeleitet hat. Hierzu sind im ersten Testlauf entlang und im Einzugsbereich des Neckars nahezu 2.000 Kinder ganz spielerisch im Rahmen von pädagogisch aufbereiteten Lerneinheiten, aber auch Exkursionen an Bach und Fluss mit der faszinierenden Lebenswelt am Wasser vertraut gemacht worden.
Die Resonanz bei den Kindergärten der Gemeinden und Kirchen war überwältigend. Auch wenn man die zur Verfügung stehenden Projektmittel der Glücksspirale eben nur für einen beschränkten Einzugsbereich nutzen konnte, so ist das Geld doch gut investiert, dann schließlich gilt auch hier das Motto "was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr". Das bedeutet hier, dass Ökologie und Langzeitökonomie gleichermaßen von dem Bildungsprojekt profitieren. Darüber hinaus war die Durchführung kostengünstig, weil man die so genannten Bachtage – ohne einen größeren Apparat vorhalten zu müssen – mit saisonalen Seminarhelfern durchgeführt hat. Auf spielerische Art und Weise erlebten die Kinder an einem so genannten Bachtag das Naturelement Gewässer und erfuhren gleichzeitig den Lebensraum Fließgewässer mit allen Sinnen. Für die Erzieherinnen selbst diente der Bachtag als Beispiel, um zukünftig selbst Bachaktionen mit den Kindern durchzuführen.

Das Gewässerprojekt ist auch erforderlich geworden, weil die Verdrängung natürlicher Wasservorkommen (Quellen, Gräben, Bäche) aus Siedlungsräumen die Wissenserosion und den Beziehungsverlust gegenüber den Gewässern forciert hat. Auch um dem verlorenen Bewusstsein entgegenzuwirken, hat die Akademie das Umweltbildungsprojekt für Kindergärten gestartet. Es handelte sich zugleich um einen Beitrag zum Projekt "Integrierende Konzeption Neckareinzugsgebiet (IKoNE)" der Wasserwirtschaftsverwaltung.

So wurden erste Grundlagen gelegt, um den Lebensraum Fließgewässer schätzen und lieben zu lernen – die besten Voraussetzungen, um auch später als Bürgermeister, Gemeinderat, Unternehmer oder Konsument verantwortungsbewusst mit unserem Wasser und den Fließgewässern umzugehen. Denn: Nur wer die Natur und ihre Gewässer kennt, kann sie auch schützen und sie im Interesse der nachfolgenden Generationen auch sorgsam nutzen.


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