Landesnetzwerk Biodiversität »Ehrenamtliche Sachverständige für den Fledermausschutz«
Hilfe für Fledermäuse in Not
Die in Baden-Württemberg beheimateten rund 20 Fledermausarten haben einen besonderen Stellenwert im Natur- und Artenschutz und wegen der starken Gefährdung einen besonderen rechtlichen Schutzstatus. Doch rechtlicher Schutz genügt alleine nicht.
Häufig sind umfangreiche Maßnahmen notwendig:
- Ausweisung von Schutzgebieten
- Absicherung von Stollen
- vorsichtige Sanierung alter Gebäude
- breite Öffentlichkeitsarbeit
Fledermäuse sind relativ anspruchsvolle Säugetiere mit sehr differenzierten Habitatansprüchen, da sie je nach Art Mauerritzen, hohe Dachstühle, Höhlen, Keller oder Baumhöhlen als sommerliche Tagesquartiere, strukturreiche Biotope mit vielen Insekten und Überwinterungsmöglichkeiten brauchen. Hier zeigt sich die enge Verzahnung zwischen Arten- und Habitatschutz.
»Letzten Sommer hatten wir wohl 50 Fledermäuse im Rollladenkasten! Die konnten wir abends immer beim Ausfliegen beobachten«, erzählten die Nachbarn neulich.
»Bei uns wird die Kirche renoviert, aber letztens habe ich da noch Fledermäuse fliegen sehen...«, so ein Zahnarzt über seine Erlebnisse mit den fliegenden Säugetieren, die immer mehr Freunde gewinnen.
Was tun in solchen Fällen?
Die Umweltakademie Baden-Württemberg hat zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz (AGF) Baden-Württemberg seit dem Jahr 2000 ein landesweites Netz an »Ehrenamtlichen Sachverständigen für Fledermausfragen« aufgebaut.
Die Herausforderungen für ehren- und hauptamtliche Naturschutzexperten sind:
- Ziele und Aufgaben des Fledermausschutzes in der Praxis verständlich zu machen
- Bürgern, die Fledermausvorkommen feststellen, konkrete Hilfe zu leisten
Den Naturschutzbehörden stehen derzeit in fast allen Stadt- und Landkreisen weit über 70 zertifizierte Sachverständige als Ansprechpartner zur Verfügung. Sachverständige können über die jeweilige untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt oder dem Rathaus bei den Stadtkreisen erfragt werden.
Für weitere Informationen besuchen sie doch die Homepage des AGF Baden-Württemberg:
www.agf-bw.de
Weitere Netzwerke existieren für Amphibien und Reptilien. Hier sind die Helfer in erster Linie gefragt, wenn zwischen Februar und Ende März mit zunehmenden Temperaturen und bei einsetzendem Regen die Wanderungen zu den Amphibien-Laichplätzen beginnen und die Tiere durch den Straßenverkehr gefährdet sind.
Die jüngste Initiative sind die ehrenamtlichen Nachhaltigkeitsmentoren für Biber, welche u. a. für die Gebiete an Jagst, Donau und Hochrhein ausgebildet wurden und aktiv werden, wenn es Probleme durch Biber wegen der Unterhöhlung von Dämmen oder Wasserrückstau durch Dammbauten gibt.
