Brauerei Clemens Härle, Leutkirch
Anerkennung Industrie 1996
FirmierungBrauerei Clemens Härle
Anschrift
Am Hopfgarten 5
88299 Leutkirch im Allgäu
Telefon (0 75 61) 98 28 - 0
Telefax (0 75 61) 98 28 50
E-Mail info@haerle.de
Internet http://www.haerle.de
| Gründungsjahr | 1897 |
| Mitarbeiterzahl | 30 |
| Branche | Brauerei |
| Standorte | Leutkirch |
Die Brauerei Clemens Härle in Leutkirch ist ein traditionsreicher mittelständischer Familienbetrieb im württembergischen Allgäu. Gegründet im Jahre 1897 von Brau- und Küfermeister Clemens Härle, wird die Brauerei nunmehr in vierter Generation von dessen Urenkel Gottfried Härle geführt. Noch heute werden die Leutkircher Härle-Biere in dem stattlichen, in typischer Gründerzeitarchitektur errichteten Brauereigebäude gebraut – ausgestattet jedoch mit modernsten technischen Anlagen. Ergänzt wird das Gesamt-Ensemble am Altstadtrand von Leutkirch durch den historischen Brauereigasthof "Zum Mohren", eine kleine Parkanlage mit altem Baumbestand sowie durch mehrere ehemalige landwirtschaftliche Gebäude und ausgedehnte Grünflächen. Das Unternehmen beschäftigt 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und braut acht verschiedene Biersorten. Mit einem jährlichen Ausstoß von ca. 28.000 Hektolitern Bier zählt die Leutkircher Brauerei zu den Betrieben mittlerer Größe in der baden-württembergischen Braubranche.
Im Mittelpunkt der Unternehmensphilosophie steht das Bekenntnis zur Region: Die Braugerste für sämtliche Härle-Biere wird ausschließlich von Bauern aus Oberschwaben bezogen, die ihre Äcker nach den Richtlinien des kontrolliert-integrierten Landbaus bewirtschaften. Sie tragen deshalb das Herkunfts- und Qualitätszeichen des Landes Baden-Württemberg. Der Hopfen stammt zu einem großen Teil – für die Sorte "Härle’s Pilsener" sogar ausschließlich - aus dem Tettnanger Anbaugebiet, das Brauwasser von dem nahe gelegenen Adelegger Höhenrücken. Seit Mai 2003 wird in der Leutkircher Brauerei eine besondere Bierspezialität - das "LandZüngle" - aus rein ökologisch angebautem Hopfen und Malz gebraut. Der regionale Kreislauf schließt sich beim Vertrieb: bereits vor mehr als einem Jahrzehnt hat die Brauerei Clemens Härle ihr Vertriebsgebiet konsequent auf 50 Kilometer rund um Leutkirch beschränkt und beliefert in diesem Umkreis ca. 230 Gaststätten und etwa 200 Getränkemärkte und Lebensmittelgeschäfte.
Leistungen im Umweltschutz:
Seit Beginn der 90er Jahre ist der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen eines der wichtigsten Unternehmensziele der Leutkircher Brauerei. Im Jahre 1995 legte sie als erste Brauerei in Baden-Württemberg eine ausführliche Ökobilanz vor, in der sämtliche Stoffströme innerhalb des Betriebs erfasst und unter ökologischen Gesichtspunkten bewertet werden. Aufgrund der Ergebnisse dieser – mit Unterstützung des Instituts für Agrar-Informatik an der Universität Hohenheim entwickelten – Umweltbilanz wurden zahlreiche Betriebsabläufe verändert und unter ökologischen Gesichtspunkten optimiert.
So konnte dank verschiedener Investitionen im Bereich der Reinigungstechnik sowie durch die Installation mehrerer Wasserkreisläufe der Frischwasserverbrauch auf einen im Branchenvergleich extrem niedrigen Wert reduziert werden. Die Abwärme aus dem Sudhaus und aus der Würzekühlung wird nahezu vollständig zur Erhitzung des in der Brauerei benötigten Brauchwassers genutzt. Eine im Jahre 2001 installierte Solarstromanlage mit einer Leistung von ca. 20 KW produziert ca. 5 % des betrieblichen Strombedarfs.
Eine Vielzahl verschiedener Maßnahmen hat dazu beigetragen, das Restmüllaufkommen aus der gesamten Brauerei auf ca. 0,4 m3 pro Woche zu reduzieren. Altglas, Altpapier und Altetiketten werden konsequent wiederverwertet, Produktionsrückstände wie Biertreber und Althefe werden an die heimische Landwirtschaft weitergegeben. Alle Lieferanten von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sind verpflichtet, ihre Produkte ausschließlich in Mehrwegbehältnissen anzuliefern. In einem vor ca. 15 Jahren gebauten Vorklärbecken wird der pH-Wert der Brauereiabwässer auf einen kläranlagenverträglichen Wert gesenkt.
Die betriebliche Ökobilanz der Brauerei Clemens Härle endet nicht an der Brauereirampe, sondern schließt den Vertrieb explizit mit ein. Neben der Begrenzung des Vertriebsgebiets trug vor allem die Umstellung des gesamten LKW-Fuhrparks auf Biodiesel im Jahre 1998 zu einer wesentlichen Senkung des betrieblichen CO2-Ausstosses bei. Insgesamt konnten durch diese Maßnahme die CO2-Emissionen um ca. ein Viertel – dies entspricht jährlich ca. 120 Tonnen - reduziert werden.
Beim Bezug ihrer Handelswaren – im Wesentlichen alkoholfreie Erfrischungsgetränke und Fruchtsäfte – legt die Brauerei ebenfalls großen Wert auf kurze Transportwege. So stammen über 53 % der bezogenen Getränke direkt aus der Region – also aus dem 50-Kilometer-Umkreis – und nur 15 % aller Handelsgetränke werden mehr als 100 Kilometer transportiert.
Die zweite Ökobilanz für das Jahr 1998 wurde entsprechend der internationalen Norm DIN EN ISO 14031 zur Umweltleistungsbewertung entwickelt. Diese Bilanz wurde als eines von 17 Anwendungsbeispielen weltweit ausgewählt und ist Teil des offiziellen Anhangs des internationalen Normtexts. Vor allem aufgrund ihres regionalen Unternehmenskonzepts verlieh die Internationale Bodenseekonferenz im Jahr 2001 einen Hauptpreis im Rahmen des Wettbewerbs "Nachhaltiges Wirtschaften" an die Brauerei Clemens Härle.