Gambro Dialysatoren GmbH, Hechingen

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg  

Gambro Dialysatoren GmbH, Hechingen

Anerkennung Industrie 2004

Firmierung
Gambro Dialysatoren GmbH

Anschrift
Holger-Crafoord-Str. 26
72379 Hechingen
Telefon (0 74 71) 17 - 0
Telefax (0 74 71) 17 11 57
E-Mail info.germany@gambro.com
Internet http://www.gambro.com

Gründungsjahr1973
Mitarbeiterzahl21.000 im Konzern
BrancheEntwicklung, Produktion und Vertrieb von Geräten und Zubehör zur Nierenersatztherapie
Standorte Sitz in Hechingen, Zweigniederlassungen in Hechingen und Neubrandenburg


Gambro 1.jpg Gambro ist ein globales Medizintechnik- und Gesundheitsdienstleistungs-unternehmen mit führenden Positionen auf dem Gebiet der Dialysetechnik, der Blutkomponententechnik und Gesundheitsdienstleistungen. Der Konzern gliedert sich in die drei Geschäftsbereiche, Gambro Healthcare, Gambro Renal Products und Gambro BCT. Die Gambro Dialysatoren GmbH in Hechingen gehört zum Geschäftsbereich Gambro Renal Products, der eine breite Palette von Produkten für Behandlungen in den Bereichen Hämo- und Peritonealdialyse bietet.

Gambro Hechingen ist der größte Produktionsstandort für künstliche Nieren (Dialysatoren) und für Dialysekonzentrate im Gambro-Konzern. Neben der Produktion gehören die konzernübergreifenden Forschungsabteilungen mit chemischen, physikalisch-chemischen und biologischen Laboratorien zum Standort. Gambro Hechingen ist das Zentrum für Membran- und Dialysatoren-Entwicklung und deren Produktion. Die meisten Produktionseinrichtungen sind von der eigenen Konstruktions- und Entwicklungsabteilung konstruiert worden. Ein Distributionszentrum versorgt aus Hechingen alle Kunden in Deutschland, Österreich, Benelux und Schweiz mit der kompletten Produktpalette des Konzerns. Dank immer weiter entwickelter Verfahrens- und Produktionstechniken ist die sichere, zuverlässige Produktion von jährlich Millionen „künstlicher Nieren“ auf höchstem Qualitätsniveau möglich.

Leistungen im Umweltschutz:

Die Gambro Dialysatoren GmbH setzt sich in ihrem unternehmerischen Handeln für eine ausgewogene Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte ein. Die Gambro-Gruppe ist im Dow Jones Sustainability Group Index (DJSGI) für nachhaltige Unternehmen gelistet. Seit dem Jahr 1999 ist der Standort Hechingen nach der internationalen Umweltmanagementnorm DIN EN ISO 14001 zertifiziert. Bei der Umsetzung und Kontrolle der eigenen Ziele helfen selbst erarbeitete und praktizierte Kennzahlensysteme, wobei absolute und spezifische Umweltkennzahlen (z.B. Lösungsmittel pro hergestellter Membranfläche) zum Einsatz kommen. Auf freiwilliger Basis wird ein jährlicher Umweltbericht erstellt und veröffentlicht.

Gambro 2.JPG Deutliche Fortschritte konnten in der Vergangenheit in der Steigerung des Umweltbewussteins der Mitarbeiter erreicht werden. Einen wesentlichen Anteil hat dabei das stetige Ansprechen und „Kümmern“ um umweltrelevante Themen. Mindestens einmal pro Jahr wird jeder Mitarbeiter im Umweltschutz geschult. Für alle Ebenen existiert ein Aus- und Weiterbildungsplan. Zur Verringerung des Pendelverkehrs setzt das Unternehmen Busse ein, deren Zeitplan an den Schichtwechseln ausgerichtet ist.

Umweltorientierte Forschungs- und Entwicklungsprogramme führten in den vergangenen Jahren zu einer permanenten Reduzierung von Rohstoffen und Emissionen. In den hauseigenen Recyclinganlagen werden die bei der Herstellung der Dialyseprodukte eingesetzten Lösungsmittel zurückgewonnen und wieder aufbereitet. Umweltschädigende Sterilisationsgase wurden mit der Einführung der Dampfsterilisation abgelöst. Seit 2000 werden ausschließlich mit heißem Wasserdampf sterilisierte Dialysatoren aus Hechingen vertrieben.

Die durch die steigende Produktion zusätzlich benötige Energie konnte durch die Nutzung von Deponiegas gedeckt werden. Hierzu wurde von der etwa 10 km entfernten Mülldeponie des Landkreises eine Gasleitung zum Betriebsgelände verlegt. Unter Verwendung von spezieller Brennertechnologie kann das „Abfallprodukt“ Deponiegas so zur Energiegewinnung genutzt werden und deckte 2003 ca. 20% des gesamten Energiebedarfes. Eine besondere Innovation ist die Hofheizung, die zwei Funktionen gleichzeitig erfüllt: Das erhitzte Kühlwasser der Spritzgussmaschinen erwärmt durch einen Wärmetauscher den Hofheizungskreislauf. Dabei gibt das Wasser einen Teil seiner Wärmeenergie ab, so dass zum weiteren Herunterkühlen deutlich weniger Energie benötigt wird. Das spart Energie und beheizt gleichzeitig den Hof, was im Winter ein Plus an Sicherheit bedeutet und den Einsatz von Streusalz vermeidet. Eine zusätzlich gekoppelte Wärmerückgewinnung sorgt für die Beheizung des Distributionszentrums. Für die Druckluftversorgung wurden 2003 neue Kompressoren installiert. Aus Energiespargründen wurden beide Anlagen ebenfalls mit Wärmerückgewinnungssystemen ausgestattet. Die Klimaanlagen der neuen Produktionsgebäude sind an das Abwärmesystem der Kälteerzeugung angeschlossen.

Mit der über die Jahre wachsenden Produktion ist der Wasserverbrauch gestiegen. Zur Reduzierung des Frischwassereinsatzes wurde am Standort Hechingen bereits im Jahr 2000 ein Brauchwassersystem installiert, das alle Toilettenspülungen sowie die Brunnenanlage über ein separates Leitungssystem versorgt (Einsparung mehrere tausend m3 Frischwasser). Bei der Gestaltung des Betriebsgebäudes wurden Dach- und Freiflächenbegrünung umgesetzt und der Parkplatz mit einem Belag ausgestattet, der eine Versickerung des anfallenden Regenwassers ermöglicht.

Im Bereich der Abfallwirtschaft waren und sind die stoffliche Verwertung und die Wiederverwendung wesentliche Bestandteile des Umweltprogramms. So ließ sich der Anteil zur Wiederverwertung auf über 90% des gesamten Abfallaufkommens steigern. Auch im Produktbereich spielt der Umweltschutz eine wichtige Rolle: Bei der Verwendung von hochkonzentrierten Austauschflüssigkeiten kann das Transportvolumen und die Lagerkapazität um 80 % reduziert werden (Verminderung des Verpackungs- und Transportaufwands). Die Kunden werden zudem über die ökologisch optimale Nutzung der Produkte beraten.

Darüber hinaus kommt zur Verminderung der verkehrsbezogenen Umweltauswirkungen ein Tourenplanungsprogramm zum Einsatz. Die Fahrer werden für eine wirtschaftliche und umweltbewusste Fahrweise sensibilisiert.

Stand: 2/2005

 
 

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